Blutige Kämpfe um WahllokaleTote bei Parlamentswahl in Bangladesch

Die Parlamentswahl in Bangladesch wird von Gewalt überschattet. Trotz starker Militärpräsenz liefern sich Anhänger von Regierungspartei und Opposition Kämpfe, um die Kontrolle über Wahllokale zu erlangen. Dabei sterben mehrere Menschen.
Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen am Rande der Parlamentswahl in Bangladesch sind mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Anhänger der Regierungspartei Awami League und der oppositionellen BNP bekämpften einander nach Angaben der Polizei in verschiedenen Teilen des Landes, um Kontrolle über die Wahllokale zu erlangen.
An einigen Orten wurde die Stimmabgabe wegen der Gewalt unterbrochen. Ein Wahllokal blieb geschlossen, weil die Stimmzettel gestohlen worden waren. Die Behörden unterbrachen nach Angaben der Telekommunikationsbehörde in ganz Bangladesch den Zugang zum mobilen Internet, um die Verbreitung von Gerüchten zu unterbinden. Rund 104 Millionen der etwa 160 Millionen Einwohner des südasiatischen Landes sind wahlberechtigt. Mehr als 1860 Kandidaten bewarben sich um insgesamt 300 Parlamentssitze. Ergebnisse werden am Montag erwartet.
Die 71-jährige Premierministerin Sheikh Hasina ging als Favoritin für eine dritte Amtszeit in Folge ins Rennen. Ein Oppositionsbündnis um die konservative BNP (Nationalistische Partei Bangladesch) wird von dem 81 Jahre alten früheren Außenminister Kamal Hossain angeführt. Die eigentliche Oppositionsführerin und ehemalige Premierministerin Khaleda Zia wurde wegen Korruption zu zwölf Jahren Haft verurteilt und sitzt seit Februar im Gefängnis.
Mit Macheten, Messern und Stöcken
Wie schon bei vorherigen Wahlen war es bereits im Wahlkampf zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Lager gekommen. Mindestens acht Menschen kamen dabei ums Leben. Zahlreiche Anhänger der Opposition wurden festgenommen. Um die Ordnung während der Wahl aufrechtzuerhalten, wurden mehr als 700.000 Soldaten und Sicherheitskräfte mobilisiert. Noch vor Öffnung der Wahllokale gingen am Sonntagmorgen vor einem Wahllokal im Bezirk Rangamati im Südosten des Landes zwei Gruppen mit Macheten, Messern und Stöcken aufeinander los, wie ein Polizeisprecher sagte. Soldaten hätten die Lage beruhigt, nachdem ein Unterstützer der Regierungspartei gestorben sei. Zehn Menschen seien verletzt worden.
Vor einem Wahllokal im Bezirk Chittagong wurde laut Polizei ein Oppositioneller getötet, nachdem dieser zusammen mit anderen versucht habe, die Wahlzettel an sich zu reißen. Die Polizei habe geschossen, nachdem sie angegriffen worden sei. Ebenfalls in Chittagong töteten den Angaben zufolge Aktivisten von Hasinas Awami League einen Oppositionellen aus Rache für den Tod eines Regierungsanhängers.
Hasina hatte der BNP vorgeworfen, im Auftrag von Pakistans Militärgeheimdienst ISI die Wahl sabotieren zu wollen. Bangladesch ist seit 1971 von Pakistan unabhängig. Die BNP hatte die vorherige Parlamentswahl vor vier Jahren boykottiert und sprach auch diesmal von ungerechten Bedingungen und Manipulation.