Politik

Übergabe in Washington?Treffen mit Trump: Machado macht Nobelpreis-Versprechen wahr

10.01.2026, 12:39 Uhr
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Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado im Dezember mit ihrem Preis in Oslo. (Foto: dpa)

Friedensnobelpreisträgerin Machado hat angekündigt, ihren Friedensnobelpreis mit Donald Trump teilen zu wollen. Schon in der kommenden Woche könnte es zu einer symbolträchtigen Übergabe kommen. Die Wertschätzung ist dabei recht einseitig verteilt.

US-Präsident Donald Trump hat ein Treffen mit der venezolanischen Oppositionsführerin María Corina Machado angekündigt. Schon in der kommenden Woche wird Machado demnach in Washington erwartet. Der Besuch könnte dazu dienen, Trump Machados Friedensnobelpreis zu überreichen.

Im vergangenen Jahr hatte Trump im Umfeld der Preisvergabe an Machado schwere Vorwürfe gegen das Osloer Nobelpreiskomitee erhoben, nachdem er nicht ausgezeichnet worden war. Schon kurz vor der von ihm initiierten Einigung auf einen Waffenstillstand in Nahost hatte das Weiße Haus deutliche Andeutungen gemacht, dass die Auszeichnung an Trump gehen solle. Doch der Preis wurde schließlich Machado "für ihren Kampf für einen gerechten und friedlichen Übergang von der Diktatur zur Demokratie" verliehen.

Die weit rechts stehende Machado hatte ihren Nobelpreis dann Trump gewidmet, als er ihr im Oktober 2025 zuerkannt wurde. Sie rühmte den US-Präsidenten als "Verfechter der Freiheit" und begrüßte den militärischen Druck, den die USA in den vergangenen Monaten auf die Maduro-Regierung aufgebaut hatten, auch wenn sie nicht direkt für eine Militärintervention plädierte.

Nach dem militärischen Eingreifen der USA und der Entführung von Präsident Nicolás Maduro und seiner Frau Cilia Flores bedankte sich Machado überschwänglich bei Trump. "Der 3. Januar wird als der Tag in die Geschichte eingehen, an dem die Gerechtigkeit die Tyrannei besiegt hat", sagte die Friedensnobelpreisträgerin dem US-Sender Fox News.

Weitergabe vorstellbar

In ihren Augen habe in der Tat Trump den Friedensnobelpreis "verdient", den sie vergangenes Jahr entgegengenommen hatte, betonte sie erneut. Sie könne sich nun sogar eine Weitergabe an Trump vorstellen, das sei ein Zeichen der Dankbarkeit des venezolanischen Volkes für die Absetzung von Diktator Maduro, sagte sie zu Fox News.

Offiziell kann Machado den Preis nicht mit Trump teilen. Zwar kann ein Preis "zu gleichen Teilen auf zwei Werke aufgeteilt werden, die jeweils als preiswürdig gelten" -das liegt aber in der Entscheidungsgewalt des Komitees und nicht der Preisträgerin oder des Preisträgers. "Ein Nobelpreis kann weder aberkannt, geteilt noch an andere übertragen werden. Sobald die Vergabe bekannt gegeben wurde, ist die Entscheidung endgültig", teilt das Nobelpreiskomitee auf seiner Website mit. Im Falle eines nachträglichen Verzichtes auf den Preis und das damit verbundene Preisgeld geht dieses laut den Statuten des Nobelkomitees zurück an die Stiftung. Juristisch anfechtbar ist die Preisvergabe nicht.

Deshalb kann Machado den Preis nur symbolisch mit Trump teilen. Trotzdem könnte dem US-Präsidenten auch an dieser Geste viel gelegen sein. Die "Washington Post" hatte unter Berufung auf zwei Informanten aus dem Umfeld des Weißen Hauses berichtet, dass es im Weißen Haus als schwerer Affront gewertet wurde, als Machado den Preis annahm.

"Nette Frau"

Trump kündigte in einem Interview am Donnerstag ein Treffen mit der venezolanischen Oppositionsführerin an. "Ich habe gehört, dass sie irgendwann nächste Woche hierherkommt. Ich freue mich darauf, sie zu begrüßen", sagte er bei Fox News. Er finde es "sehr gut, dass sie kommen möchte, und das ist meines Wissens auch der Grund dafür", sagte er mit Blick auf Machados Andeutung, ihren Preis an Trump weiterzureichen.

"Ich habe gehört, dass sie das tun will, es wäre eine große Ehre", sagte Trump zu Fox-News-Moderator Sean Hannity. Es sei ohnehin "eine große Schande für Norwegen", wo der Friedensnobelpreis verliehen wird, dass er die Auszeichnung nicht gleich erhalten habe.

Politischen Respekt hat Trump für Machado indes nicht. Nach Maduros Gefangennahme äußerte er sich skeptisch über die Eignung der Oppositionsführerin als Nachfolgerin. "Ich denke, es wäre sehr schwierig für sie, die Führungsposition zu übernehmen, da sie weder die nötige Unterstützung noch den nötigen Respekt im Land genießt", sagte er. "Sie ist eine sehr nette Frau, aber ihr fehlt der Respekt der Bevölkerung." Die US-Regierung setzte stattdessen auf Kräfte aus dem Umfeld Maduros, inzwischen ist Maduros Vize-Präsidentin Delcy Rodriguez als Interimspräsidentin vereidigt.

Quelle: ntv.de, sba

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