Politik

Kavanaugh mit "Alkoholproblemen" Trump: Habe noch nie ein Bier getrunken

Unumwunden attestiert Donald Trump seinem Richterkandidaten Kavanaugh ein "kleines Alkoholproblem". Er selbst trinke dagegen gar nicht, beteuert der US-Präsident. Und das aus gutem Grund.

US-Präsident Donald Trump hat sich erneut hinter seinen umstrittenen Richterkandidaten Brett Kavanaugh gestellt, diesem aber zugleich "ein kleines Problem" mit Alkohol in der Vergangenheit attestiert. "Ich war überrascht, wie lautstark er sich zu der Tatsache äußerte, dass er Bier mag", sagte Trump im Weißen Haus mit Bezug auf Kavanaughs Anhörung vor dem Justizausschuss des US-Senats.

Kavanaugh habe bei der Anhörung zu einem mutmaßlichen sexuellen Übergriff in seiner Jugend "über Dinge gesprochen, die passierten, wenn er trank". Sein Wunschkandidat für das Oberste Gericht habe nicht behauptet, "perfekt in Bezug auf Alkohol" gewesen zu sein, sagte Trump.

Der US-Präsident selbst betreibt nach eigenen Worten einen weitgehenden Alkoholverzicht. "Ich bin kein Trinker und ich kann ehrlich sagen, niemals in meinem Leben ein Bier getrunken zu haben - das ist eine meiner einzigen guten Eigenschaften", sagte er. Hätte er doch getrunken, wäre er "chaotisch". Mehr noch: "Ich wäre der Schlimmste der Welt." Auch während seiner Zeit auf der High School habe er nicht getrunken, beteuerte Trump. Aber er habe "viele Leute" gesehen, die beim Trinken "durchgedreht" seien. "Bedeutet das, dass sie etwas nicht tun können, was sie in ihrem Leben tun wollen?", fragte der US-Präsident.

"Ich mag Bier immer noch"

Die Psychologieprofessorin Dr. Christine Blasey Ford hatte vor dem Justizausschuss detailliert geschildert, wie Kavanaugh sie betrunken vor 36 Jahren während einer Teenager-Party zu vergewaltigen versucht habe. Kavanaugh wies die Anschuldigung ebenso entschieden zurück wie den Vorwurf, er habe ein Alkoholproblem. Allerdings räumte er ein, auf Partys in den 80er-Jahren zu seiner Schulzeit "manchmal" zu viel Bier getrunken zu haben. "Ich mochte Bier. Ich mag Bier immer noch", sagte er. Neben Ford beschuldigen zwei weitere Frauen Trumps Richterkandidaten, betrunken bei Studenten-Partys sexuelle Übergriffe verübt zu haben.

Trump stellte zudem die neuerliche Untersuchung der Bundespolizei FBI zu den Vorwürfen sexueller Übergriffe infrage: "Ich denke, es ist sehr unfair, solche Dinge hoch zu ziehen." Das FBI solle alles dafür tun, eine Antwort auf die Anschuldigungen zu finden. Dies solle aber "schnell geschehen."

Der Justizausschuss hatte die Ernennung Kavanaughs am Freitag durchgewunken, aber eine erneute Untersuchung des FBI gefordert. Trump willigte in die Forderung ein.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP

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