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Iran setzt Tanker fest Trump: Haben iranische Drohne abgeschossen

Ein Schiff der US-Marine soll eine iranische Drohne abgeschossen haben. Donald Trump spricht von einer Provokation Teherans, sieht aber von scharfen Drohungen ab. Die Reaktion des iranischen Außenministers lässt aufhorchen.

Ein weiterer Zwischenfall in der Straße von Hormus hat neue Ängste vor einer militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran geschürt. Die Mannschaft eines US-Marineschiffs zerstörte nach Angaben von Präsident Donald Trump am Donnerstag in der Meerenge eine iranische Drohne. Viele Details sind aber nach wie vor unklar, zumal die iranische Seite den Vorfall nicht bestätigte. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erklärte am Sitz der Vereinten Nationen in New York, der Iran habe keine Informationen über den Verlust einer Drohne.

Trump hatte in Washington gesagt, die Drohne sei dem Marineschiff USS Boxer sehr nahe gekommen und habe die Sicherheit des Schiffes und seiner Crew gefährdet. Mehrere Aufforderungen, die Drohne zurückzuziehen, seien ignoriert worden. Sie sei daraufhin sofort zerstört worden.

Es ist nicht der erste Zwischenfall dieser Art zwischen den beiden Ländern. Vor knapp einem Monat hatten die iranischen Revolutionsgarden eine amerikanische Aufklärungsdrohne abgeschossen, weil sie angeblich den iranischen Luftraum im Persischen Golf verletzt hatte. Die US-Regierung gab an, dass die Drohne in internationalem Luftraum geflogen sei. Daraufhin spitzte sich der Konflikt gefährlich zu. Die USA bereiteten einen Gegenschlag vor, den Trump nach eigenen Worten kurz zuvor stoppte.

Als der US-Präsident die Öffentlichkeit bei einer Zeremonie mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte über den erneuten Vorfall unterrichtete, wirkte er zunächst zurückhaltend in seiner Rhetorik. Trump sprach davon, dass sich die Mannschaft des Schiffs verteidigt habe. "Es ist die jüngste von vielen provozierenden und feindlichen Aktionen des Irans gegen Schiffe, die in internationalen Gewässern operieren." Die USA behielten sich das Recht vor, ihre Interessen, Einrichtungen und Mitarbeiter zu verteidigen. Trump forderte andere Länder auf, Irans Vorgehen zu verurteilen. Von scharfen Drohungen an die Adresse Teherans sah er aber ab.

Aus dem Pentagon hieß es, der Vorfall habe sich am Donnerstag gegen 10 Uhr (Ortszeit) ereignet. Das Schiff habe sich in internationalen Gewässern befunden, als sich die Drohne genähert habe. Es befinde sich nun im Persischen Golf. Nicht äußern wollte sich das US-Verteidigungsministerium dazu, wie die Drohne zerstört worden sei - ob sie abgeschossen wurde oder durch Störsender unbrauchbar gemacht wurde. Ein Vertreter des US-Militärs wollte auch keine Angaben dazu machen, ob es sich um eine bewaffnete Drohne handelte.

Iran setzt angeblich Tanker fest

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Der Tanker "Riah" habe geschmuggeltes Öl transportiert, so der Vorwurf des Iran.

(Foto: dpa)

Der Iran wiederum setzte nach eigenen Angaben einen ausländischen Öltanker im Persischen Golf fest. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) teilten auf ihrem Webportal mit, sie hätten einen ausländischen Tanker mit angeblich einer Million Liter geschmuggeltem Öl in der Nähe der Straße von Hormus gestoppt und die zwölf ausländischen Crew-Mitglieder festgenommen. Wie auf einem Video zu sehen ist, das das iranische Auslandsfernsehen Press TV zeigte, handelt es sich dabei um den Öltanker "Riah", dessen Signal am vergangenen Wochenende plötzlich vor der iranischen Küste verschwunden war.

Auf dem Video ist zu sehen, wie zwei Schnellboote die "Riah" umkreisen. Nach Angaben der Webseite "Marine Traffic" sendete der Öltanker zum letzten Mal am vergangenen Samstag seinen Standort südlich der iranischen Insel Keschm. Das Schiff wurde nach iranischen Angaben am Sonntag gestoppt. Wem der mit 68 Metern Länge relativ kleine Öltanker derzeit gehört, ist unklar. Der Einsatz sei im Einklang mit dem Kampf des Irans gegen Ölschmuggel im Persischen Golf erfolgt und vorab mit den zuständigen Behörden und der Justiz koordiniert worden, erklärten die Revolutionsgarden.

Golf von Oman wird zum Brennpunkt

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Die Lage in dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist seit längerem extrem angespannt. In den vergangenen Wochen war es zu mehreren Zwischenfällen in dem Seegebiet gekommen. Im Juni waren zwei Tanker bei schweren Zwischenfällen im Golf von Oman beschädigt worden. Die Amerikaner machten den Iran für die Attacken verantwortlich. Teheran wies die Anschuldigungen zurück. Kurz nach dem Zwischenfall hatte das US-Militär mitgeteilt, eine iranische Rakete habe versucht, eine US-Drohne im betroffenen Seegebiet im Golf von Oman abzuschießen. Ziel der Aktion sei offensichtlich gewesen, eine Beobachtung der Tanker-Attacke zu verhindern. Der Abschussversuch sei aber erfolglos gewesen.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten zudem am 20. Juni eine US-Aufklärungsdrohne abgeschossen, weil sie angeblich den iranischen Luftraum im Persischen Golf verletzt hatte. Laut der US-Regierung flog die Drohne in internationalem Luftraum. In der vergangenen Woche hatte dann ein Zwischenfall mit einem britischen Tanker international Besorgnis ausgelöst. Britischen Angaben zufolge hatten drei iranische Boote versucht, ein britisches Handelsschiff an der Durchfahrt der Straße von Hormus zu hindern. Eine Fregatte zwang sie jedoch zum Abdrehen. Teheran bestritt, in den Vorfall verwickelt zu sein.

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Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit und spielt eine entscheidende Rolle im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch die Meerenge verschifft. Im vergangenen Jahr hatte Irans Präsident Hassan Ruhani sogar mit einer Blockade der Meerenge gedroht.

Iran macht Schritt aus USA zu

Die USA treiben derzeit ihre Initiative zum Schutz von Handelsschiffen im Persischen Golf voran. US-Vertreter warben in dieser Woche in Brüssel bei Nato-Partnern um Unterstützung für das Projekt und informierten über den aktuellen Planungsstand. Demnach soll es vor allem darum gehen, über eine erhöhte Militärpräsenz in der Region eine bessere Überwachung der Straße von Hormus zu ermöglichen. Für den heutigen Freitag haben das US-Außenministerium und das US-Verteidigungsministerium in Washington ein nicht-öffentliches Treffen mit Diplomaten zu dem Thema angesetzt.

Am gestrigen Donnerstag gab es auch Signale der Verhandlungsbereitschaft zwischen dem Iran und den USA. Der britische "Guardian" berichtete, Sarif habe in Aussicht gestellt, striktere Kontrollen des iranischen Atomprogramms zuzulassen. Im Gegenzug wolle der Iran eine Aufhebung von US-Sanktionen.

Trump sagte vor Journalisten, der Druck auf Teheran habe Wirkung gezeigt und die Verhandlungsbereitschaft der iranischen Führung wachsen lassen. "Alles, was wir wollen, ist ein fairer Deal." Das mit dem Iran ausgehandelte internationale Atomabkommen sei ein "schlechter Deal" gewesen. "Wir können schnell etwas machen, oder wir können uns Zeit lassen", sagte Trump. "Ich habe keine Eile."

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Quelle: n-tv.de, mau/ino/dpa/AFP

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