Politik

Regierung in Seoul überraschtTrump erhöht Zölle für Südkorea auf 25 Prozent

27.01.2026, 05:01 Uhr
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Trump wirft Südkorea Vertragsbruch vor. (Foto: picture alliance / Captital Pictures)

Im Oktober einigt sich die Regierung von Südkorea mit den USA auf ein Handelsabkommen. Bislang hat das Parlament der Vereinbarung aber nicht zugestimmt. Trump ist frustriert und erhöht den Druck.

US-Präsident Donald Trump setzt die US-Zölle für Importe aus Südkorea herauf. Der Grund: Das Parlament des Landes hat ein Handelsabkommen, das Seoul im letzten Oktober mit der US-Regierung vereinbart hat, bislang nicht ratifiziert. Die Zölle auf Autos, Medikamente und Holz sowie "alle anderen reziproken Zölle" würden deshalb von 15 auf 25 Prozent erhöht, kündigte Trump auf Truth Social an. Südkoreas Parlament komme der Vereinbarung mit den USA nicht nach, erklärte Trump. Er erhöhe die Zölle, "weil die koreanische Legislative unser historisches Handelsabkommen nicht in Kraft gesetzt hat, was ihr gutes Recht ist", fügte der US-Präsident hinzu.

Seoul reagierte überrascht auf die Zollerhöhungen. Das südkoreanische Präsidentenbüro erklärte, es sei im Vorfeld nicht über die Maßnahme informiert worden und habe bislang keine weiteren Details erhalten. Handelsminister Kim Jung Kwan, der sich derzeit in Kanada aufhalte, werde "so bald wie möglich" für Gespräche mit US-Handelsminister Howard Lutnick nach Washington aufbrechen, erklärte das Büro.

Washington und Seoul hatten sich im Oktober vergangenen Jahres auf ein Handelsabkommen verständigt. Es sah unter anderem eine Absenkung der gegenseitigen Zölle auf Autos von 25 Prozent auf 15 Prozent vor. Darüber hinaus war ein südkoreanischer Investitionsplan in Höhe von 350 Milliarden Dollar (rund 300 Milliarden Euro) geplant, davon 150 Milliarden für Kooperationen im Schiffsbau.

Die Autoindustrie - allen voran Kia und Hyundai - macht 27 Prozent der südkoreanischen Exporte in die USA aus. Fast die Hälfte der Autoexporte des Landes geht in die USA. Außer Fahrzeugen spielen auch Halbleiter und Elektronik eine wichtige Rolle. Eine Rückkehr zu einem höheren Zollsatz würde südkoreanische Exporte zudem gegenüber Volkswirtschaften wie Japan und der EU benachteiligen, die beide Abkommen über US-Zölle in Höhe von 15 Prozent geschlossen haben.

Quelle: ntv.de, noé/AFP

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