Politik

Gilt für 150 TageTrump erlässt per Dekret neuen Zehn-Prozent-Zoll

21.02.2026, 02:41 Uhr
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Trump beruft sich diesmal nicht auf ein Notstandsgesetz, sondern auf ein Handelsgesetz. (Foto: REUTERS)

US-Präsident Trump will sich vom Supreme Court nicht bremsen lassen: Nachdem das Gericht einen Großteil der von ihm verhängten Zölle kassiert hat, erlässt er neue. Die entsprechende Anordnung hat er jetzt unterschrieben.

Nach seiner Niederlage vor dem Obersten US-Gericht in der Zollfrage hat US-Präsident Donald Trump ein Dekret für einen neuen weltweit gültigen Zoll unterschrieben. Auf Importe in die USA werden demnach künftig zehn Prozent fällig. Der Zoll "für alle Länder" werde "fast sofort" in Kraft treten, erklärte Trump auf seiner Plattform Truth Social. Das Weiße Haus teilte mit, die Regelung werde ab kommenden Dienstag (00.01 Uhr Ortszeit/06.01 MEZ) gelten.

Das Weiße Haus nannte zahlreiche Ausnahmen: Nicht gelten soll der Zoll unter anderem für Arzneimittel und pharmazeutische Wirkstoffe sowie Autos und schwere Lastwagen. Auch kritische Rohstoffe, Düngemittel und Energielieferungen sind ausgenommen. Außerdem gelten für bestimmte Warenkategorien je nach Land teils unterschiedliche Zollvereinbarungen.

Am Freitag hatte Trump mit seiner aggressiven Zollpolitik vor dem Obersten US-Gericht eine herbe Niederlage erlitten. Nach Ansicht des Supreme Courts hat der Republikaner seine Befugnisse überschritten, als er über ein Notstandsgesetz weitreichende Zölle gegen Dutzende Handelspartner verhängte - darunter auch die Europäische Union. Für die US-Zollpolitik sei laut US-Verfassung allein der Kongress zuständig, betonten die Richter.

Lösung ist nicht von Dauer

Wenig später stellte Trump dann klar, alternative Wege nutzen zu wollen, um an seiner Zollstrategie festzuhalten. Für den weltweiten Zusatzzoll stützt sich Trump nach Angaben des Weißen Hauses auf ein Handelsgesetz aus dem Jahr 1974. Dieses erlaubt es, Zölle von bis zu 15 Prozent auf Importe für bis zu 150 Tage lang zu erheben. Bis Ende Juli bräuchte Trump also die Zustimmung des US-Parlaments. Experten bezweifeln zudem, ob notwendige Voraussetzungen zur Nutzung dieser rechtlichen Grundlage für die temporären Zölle überhaupt erfüllt sind.

Trumps Finanzminister Scott Bessent hatte sich nach dem Urteil beim US-Sender Fox News zuversichtlich gezeigt, dass sich das bisherige Zollniveau wieder erreichen lasse, wenn auch auf einem etwas umständlicheren Weg.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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