Politik

Schweigegeld für Stormy Daniels Trump erstattete wohl Zahlung an Pornostar

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Stormy Daniels erklärte, 2006 mit Trump Sex gehabt zu haben.

(Foto: REUTERS)

US-Präsident Trump soll eine Pornodarstellerin mit Geld zum Schweigen über eine gemeinsame Affäre gebracht haben. Er streitet die Zahlung bislang ab. Sein neuer Anwalt ändert nun diese Strategie.

US-Präsident Donald Trump hat seinen Anwalt Michael Cohen nach Darstellung seines neuen Rechtsberaters Rudy Giuliani entschädigt, nachdem Cohen 130.000 US-Dollar an die Pornodarstellerin Stormy Daniels gezahlt hatte. Das Geld sei über eine Anwaltskanzlei geflossen und der Präsident habe es über mehrere Monate hinweg zurückerstattet, sagte Giuliani dem Sender Fox News. Giuliani betonte, die Zahlung habe keinen Verstoß gegen das Gesetz zur Wahlkampffinanzierung dargestellt.

Trump hatte zunächst jegliche Kenntnis von einer Zahlung an Daniels abgestritten. Zuletzt räumte er ein, dass Cohen einen "Deal" mit der Pornodarstellerin gemacht habe. Nun sagte Giuliani, soweit er wisse, habe Trump keine Kenntnis über die Einzelheiten gehabt. "Aber er wusste von der allgemeinen Vereinbarung, dass Michael sich um die Dinge kümmern würde, so wie ich mich um solche Dinge für meine Klienten kümmere. Ich belaste sie nicht mit allem, was kommt. Das sind vielbeschäftigte Leute." Giuliani ist ein langjähriger Freund Trumps und seit April einer seiner Rechtsberater.

Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, hatte 2006 nach eigener Aussage Sex mit Donald Trump - kurz nachdem dessen Frau Melania den gemeinsamen Sohn Barron zur Welt gebracht hatte. Trump bestreitet das.

Das Präsidialamt reagierte bislang nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme. Die Behörde hatte dementiert, dass Trump mit Daniels Sex hatte. Daniels Anwalt Michael Avenatti sagte dem Sender MSNBC, Giulianis Äußerungen machten ihn sprachlos. Das amerikanische Volk sei über Monate über die Vereinbarung belogen worden und habe es verdient, nun die Wahrheit zu erfahren.

Trumps Anwalt Michael Cohen hatte der Darstellerin während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 nach eigenen Angaben 130.000 Dollar gezahlt, damit sie nicht öffentlich über ihr angebliches sexuelles Abenteuer mit Trump spricht. Am 9. April durchsuchte die US-Bundespolizei FBI deswegen Cohens Büros und Wohnräume. Dabei beschlagnahmten die Ermittler E-Mails, Dokumente und Geschäftsunterlagen zu diversen Themen, darunter zu Cohens umstrittener Zahlung.

Mutmaßliche Wahlkampfhilfe?

Die Zahlung ist auch deshalb brisant, weil es sich dabei um eine mutmaßliche Wahlkampfhilfe für Trump und damit womöglich auch um eine nicht deklarierte und somit illegale Wahlkampfspende gehandelt haben könnte. Cohen führte bislang stets an, das Geld aus eigener Tasche gezahlt zu haben.

Daniels hatte Trump Anfang März in Los Angeles verklagt. Sie führte an, eine Vereinbarung zum Stillschweigen über die angebliche Affäre sei nichtig, weil Trump sie nicht selbst unterzeichnet habe. Es stehe ihr daher frei, Details über die Beziehung öffentlich zu machen. Zudem verklagte die Darstellerin den US-Präsidenten erst vor wenigen Tagen wegen Verleumdung.

Daniels verwies vor einem Bundesgericht in Manhattan auf einen Tweet des Präsidenten vom 18. April. Darin bezog sich Trump auf ein Phantombild eines Mannes, der sie 2011 im Zusammenhang mit einer mutmaßlichen Affäre zwischen dem Präsidenten und ihr bedroht haben soll. Der Mann habe nie existiert, schrieb Trump und sprach von einem Betrug.

Quelle: ntv.de, ghö/lou/AFP/rts/dpa