Politik

Weitere könnten folgen Trump feuert Verteidigungsminister Esper

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Die Wahl hat Trump verloren, seine Macht spielt er aber noch aus.

(Foto: REUTERS)

Wenige Tage nach seiner Wahlniederlage räumt Donald Trump in seinem Kabinett auf. Verteidigungsminister Esper muss nach Differenzen mit dem US-Präsidenten gehen. Dabei sollen noch weitere Mitarbeiter auf der Abschussliste stehen.

Der scheidende US-Präsident Donald Trump hat kurz nach der verlorenen Wahl seinen Verteidigungsminister Mark Esper entlassen. Das Amt soll amtierend Christopher Miller übernehmen, wie Trump bei Twitter schrieb. Miller war bisher Direktor des Nationalen Antiterror-Zentrums. Gerüchte über eine Entlassung Espers gab es seit Monaten. Allerdings war so ein Schritt im Nachgang der Wahl insbesondere im Fall eines Sieges Trumps erwartet worden.

Seit dem Sommer gibt es Spannungen zwischen dem Präsidenten und dem Verteidigungsminister. Hintergrund waren Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt, bei denen sich Trump als Hardliner inszenierte und drohte, die Unruhen im Land notfalls mit militärischer Gewalt zu beenden. Dafür hätte er den "Insurrection Act" von 1807 aktivieren müssen, der es dem US-Präsidenten erlaubt, unter bestimmten Umständen das US-Militär im Inland einzusetzen.

Esper hatte sich gegen einen Einsatz des US-Militärs zum Stopp der Unruhen ausgesprochen und war damit klar auf Distanz zu Trump gegangen. Er hatte so einen Schritt als "letztes Mittel" bezeichnet, das nur in den "dringendsten und schlimmsten Situationen genutzt werden" sollte.

Dass der amtierende Pentagon-Chef öffentlich derart auf Distanz zum Oberbefehlshaber des Landes geht, ist höchst ungewöhnlich und war bei Trump offenbar nicht gut angekommen. US-Medien berichteten damals unter Berufung auf Trumps Umfeld, dass dieser bereits die Frage einer Ablösung aufgeworfen habe. Zudem gab es Unstimmigkeiten über den Umgang unter anderem mit der Konföderiertenflagge, die in der Rassismusdebatte in den USA in den Fokus gerückt war. Esper hatte angeordnet, dass die Flagge von Militäreinrichtungen verbannt wird. Eine offene Konfrontation mit Trump hatte er dabei aber vermieden, in dem er auf ein ausdrückliches Verbot der Flagge verzichtete.

Wray und Haspel müssen bangen

Trumps Amtszeit war geprägt von Entlassungen und Rücktritten innerhalb der Regierung. Bereits Espers Vorgänger, James Mattis, war wegen Meinungsverschiedenheiten im Dezember 2018 zurückgetreten. Weitere Entlassungen rund um den Stab Trumps könnten nun folgen. Die Nachrichtenplattform "Axios" hatte Ende Oktober berichtet, Trump wolle im Fall eines Wahlsiegs auch den Chef der Bundespolizei FBI, Christopher Wray, und die Direktorin des Auslandsgeheimdienstes CIA, Gina Haspel, feuern.

Während Wray und Haspel bangen müssen, darf sich der führende Experten für Infektionskrankheiten sicher fühlen. Corona-Berater Anthony Fauci soll ebenfalls auf der Abschussliste des noch amtierenden Präsidenten stehen, doch da der 79-Jährige Berufsbeamter ist, kann Trump ihn nicht entlassen.

Quelle: ntv.de, mba/dpa