Politik

"Ich habe kein Wasser" Trump irritiert mit Trink-Einlage

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Unter den Augen von George Washington: Ein Spott-Thema aus dem eigenen Wahlkampf holt US-Präsident Donald Trump wieder ein.

(Foto: REUTERS)

Bei einem Auftritt im Weißen Haus taucht der US-Präsident unvermittelt hinter dem Rednerpult ab, um vor laufenden Kameras nach einer Flasche Wasser zu suchen. Verwirrt verfolgt die US-Öffentlichkeit, wie Trump versucht, die Situation zu überspielen.

Mit seiner Suche nach einer Wasserflasche während einer Rede in Washington hat sich US-Präsident Donald Trump Spott und Häme zugezogen. Trump verschwand bei der Ansprache zu seiner jüngst beendeten Asienreise plötzlich unter dem Rednerpult, um Augenblicke später mit den Worten wieder aufzutauchen: "Ich habe kein Wasser, aber das ist okay."

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Ein Reporter im Saal machte ihn dann darauf aufmerksam, dass eine Wasserflasche neben dem Pult platziert sei. Der Präsident nahm den Hinweis dankbar auf, ergriff die Plastikflasche, öffnete den Drehverschluss in auffallend steifer Körperhaltung und nahm ungelenk einen kleinen Schluck, ehe er seine Rede fortsetzte.

Dass der US-Präsident während einer Rede zur Wasserflasche greift, wäre ohne eine entsprechende Vorgeschichte nicht weiter bemerkenswert. Trump hatte während des Wahlkampfes seinen republikanischen Mitbewerber Marco Rubio wiederholt mit Spott überzogen, nachdem dieser während einer Rede aus einer Flasche Wasser getrunken hatte.

"Das nächste Mal sollte er besser ein Glas nehmen", hatte Trump damals ohne nähere Erläuterungen angemahnt und anschließend Rubio bei eigenen Wahlkampfauftritten nachgeäfft, um so ein paar Lacher zu ernten und den politischen Gegner der Lächerlichkeit preiszugeben. Dieser Spott fällt nun mit Wucht auf ihn zurück.

Probleme mit der Wasserflasche?

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Die Art und Weise, wie Trump nun selbst versuchte, die Flasche an die Lippen zu heben, um seinen Durst zu stillen, löste zudem auch Spekulationen zur körperlichen Verfassung des 71-Jährigen aus. Trump bemühte sich offenbar, beim Ansetzen der Flasche weder Schultern noch Ellbogen anzuheben. Auch der Drehverschluss bereitete ihm offenbar Schwierigkeiten. "Warum benötigt er vier Umdrehungen, um die Flasche zu öffnen?", rätselte etwa ein Twitter-Nutzer. Außerdem hielt er die Flasche beim Trinken mit beiden Händen, wie um ein etwaiges Zittern seiner Hände zu verbergen.

Denkbar wäre jedoch auch, dass sich Trump in seinem persönlichen "Wasser-Moment" schlicht an seine früheren Spott-Attacken erinnerte und bei der Suche nach einem eleganten Ausweg aus der Situation vor laufenden Kameras aufs Glatteis geriet und sich in einer improvisierten Comedy-Einlage verlor.

Asien-Reise im Hintergrund

Die Reaktionen im Netz ließen jedenfalls nicht lange auf sich warten. Auf Twitter erinnerten sich zahlreiche Nutzer an Trumps "Wasser"-Auftritte im Wahlkampf und luden die passenden Video-Ausschnitte hoch. Marco Rubio selbst antwortete auf Twitter mit einer kurzen, humorvollen Stilkritik: "Er muss an seiner Form arbeiten. Aber nicht schlecht für sein erstes Mal."

Bei seinem Auftritt am Rednerpult im Weißen Haus wollte Trump eigentlich die Ergebnisse seiner zwölftägigen Asienreise erläutern. Durch die Show-Einlage mit der Wasserflasche drohte die Berichterstattung über konkrete Beschlüsse und Vereinbarungen jedoch zeitweise in den Hintergrund zu geraten.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa