Politik

US-Delegation zurückgepfiffenTrump lässt Friedensgespräche in Pakistan platzen

25.04.2026, 19:39 Uhr
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"Sie bereiteten sich gerade auf die Abreise vor", sagt US-Präsident Donald Trump und pfeift seine Sondergesandten Jared Kushner und Steve Witkoff wieder zurück. (Foto: via REUTERS)

In den Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs scheint es nun einen weiteren Rückschlag zu geben. Eigentlich sollten in Islamabad wieder Verhandlungen zwischen Vertretern des Iran und der USA laufen. Doch zu erneuten, direkten Gesprächen kommt es erst gar nicht.

Im Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs hat US-Präsident Donald Trump die Reise seines Sondergesandten Steve Witkoff und seines Schwiegersohns Jared Kushner nach Pakistan abgesagt. "Zu viel Zeitverschwendung durch das Reisen, zu viel Arbeit!", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Er habe seinen Unterhändlern gesagt, dass sie keine weiteren "18-Stunden-Flüge" zu den Gesprächen in Pakistan unternehmen sollten, "um dort herumzusitzen und sinnlos herumzureden", sagte Trump zudem dem Sender Fox News. Stattdessen könnten die iranischen Vertreter "uns jederzeit anrufen". Die USA hätten bei den Verhandlungen "alle Karten" in der Hand, so der US-Präsident.

Axios-Reporter Barak Ravid schrieb bei X ebenfalls, Trump habe ihn in einem Telefoninterview über die Absage der Reise informiert. Auf die Frage, ob dies bedeute, dass er den Krieg wieder aufnehmen werde, sagte Trump: "Nein. Das bedeutet es nicht. Wir haben noch nicht darüber nachgedacht", heißt es in dem Bericht von Ravid auf der US-Nachrichtenseite. Ursprünglich hätten Trumps Unterhändler Witkoff und Kushner zu neuen Gesprächen nach Islamabad reisen sollen, "sie bereiteten sich gerade auf die Abreise vor", wird Trump von Fox News zitiert.

Zuvor hatte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi in der pakistanischen Hauptsatdt mehrstündige Gespräche mit pakistanischen Regierungsvertretern geführt. Nach Angaben des iranischen Staatssenders Irib traf der Minister zunächst den pakistanischen Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, der eine Schlüsselrolle in den Vermittlungen zur Beilegung des Kriegs spielt. Später sprach Araghtschi auch mit dem pakistanischen Ministerpräsidenten Shebaz Sharif, wie dessen Büro mitteilte. Aus pakistanischen Sicherheitskreisen hieß es anschließend, Araghtschi sei wieder aus Islamabad abgereist, ohne US-Vertreter zu treffen. 

Araghtschi war am Freitagabend in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eingetroffen. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt hatte am Freitag angekündigt, dass Kushner und Witkoff am Samstagmorgen (Ortszeit Washington) nach Pakistan aufbrechen würden. Die Iraner hätten darum gebeten, persönlich zu sprechen, betonte sie. Aus dem Iran wurde die Darstellung des Weißen Hauses jedoch zurückgewiesen: Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte, es sei kein Treffen mit der amerikanischen Seite geplant - nur mit den pakistanischen Vermittlern werde gesprochen.

Was die US-Absage bedeutet

Dass die US-Vertreter nun gar nicht erst anreisen, unterstreicht, wie schwierig allein das Zustandekommen diplomatischer Gespräche zwischen den USA und dem Iran aktuell ist. Trump hatte am Dienstag einseitig die Waffenruhe mit dem Iran verlängert, ohne dabei ein klares Ende zu nennen. Kurz zuvor hatte der Iran einer Teilnahme an weiteren Verhandlungen in Pakistan eine Absage erteilt. Das Nachbarland des Irans vermittelt in dem Konflikt.

Verhandler der Konfliktparteien hatten sich in Islamabad vor zwei Wochen für eine erste direkte Gesprächsrunde getroffen - sie endete allerdings ohne Ergebnis. Zentrale Streitpunkte zwischen den USA und dem Iran sind das iranische Atomprogramm und die Sperrung der Straße von Hormus.

In dem neuen Treffen Araghtschis mit ranghohen Vertretern Pakistans habe er "die grundsätzlichen Positionen" des Iran erläutert, hieß es in einer Erklärung auf dem offiziellen Telegram-Kanal des Ministers. Ein iranischer Diplomat in Islamabad sagte der Nachrichtenagentur Reuters zu den Vorbehalten Teherans gegenüber den US-Positionen: "Grundsätzlich wird die iranische Seite keine Maximalforderungen akzeptieren."

Trump schrieb nun auf Truth Social mit Blick auf die Islamische Republik, es gebe "innerhalb ihrer "Führung" enorme interne Streitigkeiten und Verwirrung." Niemand wisse, wer das Sagen habe, "nicht einmal sie selbst". 

Quelle: ntv.de, gut/dpa/AFP/rts

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