Politik

Von den klügsten Menschen Trump möchte "geleitet werden"

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Donald Trump gilt nicht als entscheidungsschwach.

(Foto: imago images/UPI Photo)

US-Präsident Trump ist nicht dafür bekannt, viel auf den Rat von Experten zu geben. Von daher klingen die Töne, die er zuletzt anschlägt, etwas ungewohnt. Er spricht von der "schwersten Entscheidung seines Lebens" - und hofft auf fremde Expertise.

Die Coronavirus-Krise stellt US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben vor die größte Entscheidung seines Lebens. Es werde eine bedeutende Entscheidung sein, wann und wie das Land wieder zur Normalität zurückkehren könnte, machte Trump am Freitag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus deutlich. "Das ist mit Abstand die größte Entscheidung meines Lebens", sagte Trump. Er werde sie in Abstimmung mit "den klügsten Menschen" finden. "Ich möchte geleitet werden", sagte Trump, der sich sonst gerne als Macher darstellt und nicht mit Eigenlob spart. "Ich hoffe bei Gott, dass es die richtige Entscheidung sein wird."

Trump will am Dienstag ein Expertengremium vorstellen, das über die Lockerung der Einschränkungen beraten soll. Diesem "Rat zur Öffnung unseres Landes", wie Trump ihn nannte, würden "großartige Ärzte und Geschäftsleute" sowie parteiübergreifende Experten angehören.

Der Präsident versicherte, entscheidend werde die medizinische Einschätzung sein. "Wir suchen nach einem Datum, aber wir tun nichts, bis wir wissen, dass dieses Land gesund sein wird", sagte er. "Wir wollen nicht zurückfallen und alles noch einmal von vorne durchmachen."

Von Normalität an Ostern weit entfernt

*Datenschutz

Die US-Regierung hatte Mitte März Richtlinien für die Dauer von zunächst zwei Wochen aufgestellt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. So wurden alle US-Bürger aufgerufen, wenn möglich von zu Hause aus zu arbeiten, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten, strikte Hygiene zu wahren und sich bei Krankheitssymptomen umgehend zu Hause zu isolieren. Ende März wurden die Richtlinien um weitere 30 Tage verlängert. Während die Richtlinien nur empfehlenden Charakter haben, sind viele Bundesstaaten weiter und haben Ausgangsbeschränkungen verhängt.

Trump selbst hatte zwischenzeitlich die Hoffnung geäußert, schon an Ostern eine Rückkehr zur Normalität einleiten zu können, um die Wirtschaftsaktivität wieder anzukurbeln. Experten wiesen dies umgehend als verfrüht zurück. Der Präsident machte aber erneut deutlich, dass er das Land so schnell wie möglich wieder öffnen wolle - und wies auf Gefahren des Zuhause-Bleibens hin: Auch das könne in der Coronavirus-Krise zum Tod führen - "vielleicht eine andere Art von Tod", warnte er.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/dpa