Politik

Auf einem Militärflugplatz Trump plant wohl eigene Abschiedszeremonie

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Donald Trump will noch einmal mit der Air Force One fliegen, ohne danach fragen zu müssen.

(Foto: imago images/The Photo Access)

Die ganz große Bühne wird es für Donald Trump bei seinem Abschied aus dem Weißen Haus nicht geben. Der US-Präsident hat Stunden vor seinem Amtsende andere Pläne. Mit dabei auf seiner letzten Amtsreise wird auch der "nukleare Football" sein.

Der scheidende US-Präsident Donald Trump will eine Abschiedszeremonie für sich selbst auf dem Militärflugplatz außerhalb Washingtons abhalten. Das berichtet die "Washington Post". Das habe es in dieser Form noch nie gegeben, hieß es in dem Bericht. Der Amtseinführung vom neuen US-Präsidenten wird er nicht beiwohnen.

Trump will stattdessen die Hauptstadt Washington Medienberichten am Morgen der Amtseinführung verlassen. Er wolle Washington nicht als Ex-Präsident verlassen und für seinen Flug auch die Air Force One nutzen, ohne Joe Biden um Erlaubnis bitten zu müssen, berichtet CNN. Laut US-Medien soll sein Ziel sein Wohnsitz in Florida sein. Fox News meldete, Trump wolle auch mehrere Mitarbeiter aus dem Weißen Haus mit nach Florida nehmen, wo er sein Club-Resort Mar-a-Lago hat.

Zuvor gab es bereits Gerüchte, Trump könnte es nach Schottland verschlagen, wo er eine Reihe an Golfplätzen besitzt. Die schottische Regierung hatte jedoch betont, dass er wegen der strikten Corona-Auflagen nicht willkommen sei.

Immer mit dabei: der "nukleare Football"

Auf seiner wohl letzten Reise als US-Präsident wird er allerdings auch den "Nuklearen Football" dabei haben - eine 20-Kilogramm-Aktentasche, die der Präsident im Falle eines Atomangriffs überall hin mitnimmt, bis Biden als Präsident vereidigt wird. Daher hat das Militärbüro des Weißen Hauses ein zweites Gerät hergestellt, das laut CNN für Bidens Verwendung in Washington bleiben wird. Zum Zeitpunkt der Umschaltung werden die Codes von Trump deaktiviert.

Trump hatte bereits vor einigen Tagen auf Twitter angekündigt, dass er nicht an der feierlichen Amtseinführung seines Nachfolgers Biden teilnehmen werde. Trumps Anwesenheit bei der Zeremonie entspräche den politischen Gepflogenheiten, sie hat aber keine rechtliche Auswirkung. Biden wird auch ohne den Amtsvorgänger als neuer Präsident vereidigt.

Trumps Stellvertreter Mike Pence hat zuletzt bereits öffentliche Aufgaben im Zusammenhang mit der anstehenden Vereidigung übernommen. Biden hatte Pence ausdrücklich zur Amtseinführung eingeladen - US-Medien zufolge will Pence auch teilnehmen. Am Donnerstag hatte sich Trumps Vize mit den Chefs mehrerer Sicherheitsbehörden getroffen, um sich über die Sicherheit bei der Zeremonie zu informieren. Am Freitag berichteten US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, Pence habe am Donnerstag auch die künftige US-Vizepräsidentin Kamala Harris angerufen, um ihr zum Wahlsieg zu gratulieren und ihr - verspätet - direkte Unterstützung bei der Übergabe der Amtsgeschäfte anzubieten.

Quelle: ntv.de, mba/dpa