Geschenkter Jumbojet aus Katar Trump startet Jungfernflug mit umstrittener neuer Air Force One

Trump nennt sie das "luxuriöseste Flugzeug der Welt". Weil sie ein Geschenk aus Katar ist, liegen Bestechungsvorwürfe in der Luft. Eingeweiht ist die neue Air Force One bereits, nun hebt sie erstmals mit dem US-Präsidenten an Bord ab.
US-Präsident Donald Trump ist erstmals mit der neuen Präsidentenmaschine Air Force One geflogen - einem umstrittenen Geschenk des Emirats Katar. Die USA sollten "sehr stolz darauf sein", das Flugzeug sei "wunderschön", sagte Trump auf dem Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews bei Washington vor dem Jungfernflug in den Bundesstaat North Dakota. Die oppositionellen Demokraten sprechen von "Bestechung", aber auch von Trump-Anhängern kam Kritik.
Nach Angaben mitreisender Journalisten hob der neue Regierungsflieger zu einem inländischen Flug nach North Dakota ab, wo Trump zum 250. Geburtstag der USA eine Bibliothek eröffnen will. Trump sagte vor dem Abflug, sein Land sollte stolz auf das Flugzeug sein.
Die Luxus-Boeing 747 habe die US-Steuerzahler "ziemlich wenig" gekostet, sagte Trump weiter. Sie hätten lediglich die sicherheitstechnische Aufrüstung "auf präsidiales Niveau" bezahlt, sagte er, ohne eine Summe zu nennen. "Offen gesagt könnten wir ein Flugzeug wie dieses gar nicht bauen, weil wir nicht bereit wären, das nötige Geld auszugeben", fügte er hinzu.
Trump hatte das Flugzeug zuvor als "fliegendes Weißes Haus" bezeichnet und als "das luxuriöseste Flugzeug der Welt". Die Boeing verfügt über Liegesitze, Holzvertäfelung und ein Präsidentensiegel auf Sicherheitsgurten. Die Maschine soll vorübergehend die beiden veralteten Präsidentenmaschinen der Air-Force-One-Flotte ersetzen, bis ein neuer Flieger zur Verfügung steht. Die vorige Air Force One war laut Trump rund 35 Jahre alt.
Demokraten: Geschenk ist "blanke Korruption"
Der US-Präsident hatte schon zuvor geschwärmt, dass die neue Maschine noch größer auf der Landebahn wirke als das Vorgängermodell. Im Mai 2025 hatte Trump trotz scharfer Kritik das wertvolle Flugzeug als Geschenk angenommen – und sah sich anschließend mit Vorwürfen der Bestechlichkeit konfrontiert. Das außergewöhnliche Präsent eines ausländischen Partners wirft rechtliche und ethische Fragen auf. Demokraten hatten von "blanker Korruption" gesprochen und mit Protestaktionen im US-Parlament gedroht.
Die US-Verfassung verbietet es Regierungsvertretern, Geschenke, Titel oder Ähnliches "von einem König, Prinzen oder ausländischen Staat" ohne Zustimmung des US-Kongresses anzunehmen. Um den Verdacht der Bestechlichkeit Trumps auszuräumen, ging die 400 Millionen Dollar (348 Millionen Euro) teure "Spende" aus Katar offiziell an das Verteidigungsministerium.
Vorwurf des "Verrats"
Als das Geschenk im vergangenen Frühjahr bekannt wurde, gab es ungewöhnlich scharfe Kritik auch von Trump-Unterstützern. Die Rechtsaußen-Influencerin Laura Loomer warf der Regierung einen "Verrat" an den Interessen der USA vor und nannte Katar einen Unterstützer islamistischer Terrorgruppen. Kritisch äußerten sich auch einige Podcaster.
Die Öffentlichkeit kann das Flugzeug während der Feierlichkeiten zum 250. Unabhängigkeitstag der USA am 4. Juli sehen: Es soll nach Trumps Angaben in Washington an einem Überflug teilnehmen.