Comedian in der MülltonneTrump tritt mit KI-Video gegen Colbert nach

Donald Trump freut sich über das Fernseh-Aus eines seiner schärfsten Kritiker: Stephen Colbert hat zum letzten Mal die "Late Show" moderiert. Der US-Präsident ätzt weiter und nutzt dafür auch den offiziellen X-Account des Weißen Hauses.
US-Präsident Donald Trump hat erneut gegen Comedian Stephen Colbert ausgeteilt. Dieser hatte am Vortag ein letztes Mal seine Late-Night-Show im US-Fernsehen präsentiert. Das Weiße Haus postete auf X einen offensichtlich mit Künstlicher Intelligenz erstellten Clip, in dem zu sehen ist, wie Trump den Satiriker am Kragen packt, in eine Mülltonne wirft und dann Tanzbewegungen macht. Dazu postete das Weiße Haus ein "Bye-bye" und eine winkende Hand. Trump veröffentlichte den Clip auch auf seiner Plattform Truth Social. Von wem die Sequenzen stammen, war nicht ersichtlich.
Am späten Donnerstagabend (US-Ortszeit) hatte Colbert die letzte Ausgabe seiner Show im US-Fernsehen moderiert - und Trump dabei mit keinem Wort erwähnt. Dabei hatte sich der Moderator als einer der scharfzüngigsten Trump-Kritiker der USA einen Namen gemacht. Der Präsident reagiert bekanntlich dünnhäutig auf Kritik, zumal wenn sie vor großem Publikum geäußert wird. Aus seinem Missfallen machte er nie einen Hehl. Auf Truth Social schrieb er nach dem Aus langjährigen Late-Night-Talkers: "Kein Talent, keine Einschaltquoten, kein Leben", schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social über Colbert. "Man hätte eine beliebige Person von der Straße nehmen können, und sie wäre besser gewesen als dieser Volltrottel."
Im vergangenen Sommer hatte der TV-Sender CBS überraschend angekündigt, die "Late Show" nach 33 Jahren abzusetzen, offiziell aus "rein finanziellen Gründen". Mit durchschnittlich rund 2,5 Millionen Zuschauern war die Sendung die beliebteste Late-Night-Show der USA. Branchenkenner vermuten, dass der Sender aus Rücksicht auf Trump gehandelt habe. Der CBS-Mutterkonzern Paramount stand unter Druck: Er brauchte die Zustimmung der US-Regierung, um seine acht Milliarden Dollar (rund 6,9 Milliarden Euro) schwere Fusion mit der Produktionsfirma Skydance durchzuziehen.