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Stiehlt China US-Daten? Trump "verbannt" Tiktok aus den USA

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US-Präsident Trump will den Beschluss morgen unterzeichnen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Videoplattform Tiktok ist auch in den USA bei Jugendlichen sehr beliebt. US-Behörden vermuten allerdings, dass China über das soziale Netzwerk Daten von US-Bürgern abgreift. Trump will das nicht dulden und kündigt an, Tiktok zu verbieten.

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die beliebte Videoplattform Tiktok in den USA zu verbieten. "Was Tiktok betrifft, so verbannen wir sie aus den Vereinigten Staaten", sagte Trump vor Journalisten an Bord der Air Force One. "Ich werde den Beschluss morgen unterzeichnen." Zuvor hatten die US-Behörden Bedenken geäußert, dass die persönlichen Daten, die über die App gesammelt werden, nicht sicher sein könnten. Das Onlinenetzwerk der in China ansässigen Firma Bytedance soll Nutzerdaten an die chinesische Regierung weitergeben. Tiktok weist dies zurück.

Mit dem Verbot droht der Plattform offenbar die Abspaltung von ihrer chinesischen Mutter. Insidern zufolge stehen potenzielle Käufer bereits in den Startlöchern, darunter Microsoft. Wie die Trennung jedoch vor sich gehen soll, und was der Internetriese Bytedance mit dem Rest von Tiktok vorhaben könnte, ist unklar. Die Unternehmen lehnen eine Stellungnahme bisher ab.

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Eine Veräußerungsanordnung wäre das siebte Mal, dass ein US-Präsident entweder ein Geschäft blockiert oder einen Unternehmensverkauf anordnet, seitdem der Kongress im Jahr 1988 die Befugnis zum Eingreifen erteilt hat. In Indien wurde Tiktok schon verboten. Wegen des Argwohns im Ausland bemüht sich das Unternehmen schon länger, seine internationale Plattform von der chinesischen Version zu trennen.

Zuletzt machte Tiktok in den USA auch Schlagzeilen, weil es vielen jugendlichen Nutzern gelungen sein soll, eine Wahlkampfveranstaltung Trumps in Tulsa (Oklahoma) zu sabotieren, indem sie Plätze für sich reservierten und dann aber nicht hingingen - das soll zu den für Trump enttäuschend leeren Rängen in der Veranstaltungshalle beigetragen haben.

Quelle: ntv.de, hny/AFP/rts