Politik

Attacke gegen Kamala Harris Trump verbreitet schon wieder "Birther"-Lüge

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Selbstverständlich darf Kamala Harris Vizepräsidentin werden.

(Foto: dpa)

US-Präsident Trump zweifelt öffentlich an, ob Demokratin Harris Vizepräsidentin werden darf. Er beruft sich dabei auf eine Verschwörungstheorie - ähnlich versuchte er schon, Barack Obama zu diskreditieren.

US-Präsident Donald Trump hat offen infrage gestellt, ob die Kandidatin der Demokraten für die Vizepräsidentschaft, Kamala Harris, die zweithöchste Position im Staat überhaupt besetzen darf. Als er bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus auf eine entsprechende Verschwörungstheorie angesprochen wurde, sagte Trump, er habe "gehört, dass sie nicht die Anforderungen erfüllt".

Harris kam in Kalifornien als Tochter einer indischen Mutter und eines jamaikanischen Vaters zur Welt, ihre Eltern waren zum Studium beziehungsweise für eine Promotion in den USA. Die US-Verfassung sieht vor, dass nur ein "natural born citizen", ein gebürtiger Amerikaner, Präsident werden kann. Auf dieser Basis hatte ein konservativer Jura-Professor Harris' Eignung als Vizepräsidentin infrage gestellt.

"Ich habe das gerade erst gehört", sagte Trump auf die Frage und fügte hinzu, der Jura-Professor sei "ein sehr hoch qualifizierter, sehr talentierter Jurist". Ob die Behauptung stimme, wisse er nicht, so Trump weiter. Danach sagte er dem Transkript des Weißen Hauses zufolge zum Journalisten: "Aber das ist eine sehr ernsthafte... Sie sagen, dass - sie sagen, dass sie nicht qualifiziert ist, weil sie nicht in diesem Land geboren wurde?"

Von den Journalisten erhielt Trump darauf die Antwort, dass Harris durchaus in den USA zur Welt kam und dass es bei den Vorwürfen darum gehe, dass ihre Eltern zum Zeitpunkt ihrer Geburt keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung hatten. Trumps Reaktion: "Ich werde mir das ansehen."

Um den oben zitierten Satz der US-Verfassung gibt es immer wieder Kontroversen. Allerdings ist die Position des Juristen eine Minderheitsmeinung. Die BBC zitiert den Dekan der Berkely Law School mit den Worten: "Nach Absatz 1 des 14. Verfassungszusatzes ist jeder, der in den Vereinigten Staaten zur Welt gekommen ist, ein Bürger der Vereinigten Staaten." Trump will diesen Grundsatz zwar ändern, aber noch gilt er - und für Harris, die 1964 zur Welt kam, gilt er ohnehin.

Rassismus aus rechten Kreisen

Trump war in der Vergangenheit der Wortführer der rassistischen "Birther"-Bewegung. Deren "Theorie" geht davon aus, dass der frühere Präsident Barack Obama nicht in den USA geboren wurde und damit nicht hätte Präsident werden dürfen.

Jahrelang forderte Trump eine Veröffentlichung von Obamas Geburtsurkunde - einer Forderung, der der im US-Bundesstaat Hawaii geborene Präsident schließlich nachkam. Erst 2016 rückte Trump von dieser Lüge ab. Über Ted Cruz, seinen Konkurrenten in den Vorwahlen der Republikaner, verbreitete er dieselbe Behauptung.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hatte Harris am Dienstag als Vize-Kandidatin vorgestellt. Biden und die schwarze Senatorin ziehen damit gemeinsam in den Wahlkampf gegen Trump, der sich bei der Wahl am 3. November um eine zweite Amtszeit bewirbt.

Quelle: ntv.de, hvo/ara/AFP

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