Politik

Steiler Anstieg in 2019 Trump verdoppelt Zahl von Falschaussagen

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Eben ein Verkäufertyp: Die "Washington Post" führt eine Statistik über Trumps Falschaussagen.

(Foto: AP)

Für seine Technik, die Unwahrheit zu sagen, benutzt der US-Präsident einen eigenen Begriff: "übertriebene Übertreibung". Im Faktencheck der "Washington Post" heißt das ganz schnörkellos "falsche Aussagen". Danach geht Trumps Lügen-Kurve in diesem Jahr steil nach oben.

US-Präsident Donald Trump hat die Zahl seiner falschen oder irreführenden Aussagen seit seinem Amtsantritt nach einer Statistik der "Washington Post" in diesem Jahr mehr als verdoppelt. Die "Washington Post" berichtete unter Berufung auf ihre eigene Faktencheck-Statistik, im Jahr 2017 habe Trump 1999 falsche oder irreführende Aussagen von sich gegeben. Im Folgejahr seien es weitere 5689 gewesen - zusammengenommen sind das 7688 falsche oder irreführende Aussagen. Bis zum 10. Dezember habe sich diese Zahl auf insgesamt 15.413 gesteigert - also auf mehr als das Doppelte.

Trump ist bekannt dafür, es mit der Wahrheit nicht immer ganz genau zu nehmen. Kritiker werfen ihm vor zu lügen. Trumps Beraterin Kellyanne Conway hat den Begriff der "alternativen Fakten" geprägt. Trump wiederum wirft Medien wie der "Washington Post", die kritisch über ihn und seine Politik berichten, vor, "Fake News" zu verbreiten.

Journalisten der "Washington Post" hatten Trumps ehemaligem Sprecher Sean Spicer die Frage gestellt, ob der Präsident häufig die Unwahrheit sage. Der erklärte, Trump selbst habe seine Technik "übertriebene Übertreibung" genannt, im Original "exaggerated hyperbole". Trump sei eben ein Verkäufertyp, so Spicer.

Wahlkampf-Debatten: Trump lässt Teilnahme offen

Derweil will sich der US-Präsident noch nicht festlegen, ob er vor der Wahl im kommenden Jahr an den traditionellen Debatten zwischen den Präsidentschaftsbewerbern teilnimmt. "Ich werde zu gegebener Zeit eine Entscheidung treffen", schrieb Trump auf Twitter. Trump kritisierte die gemeinnützige Kommission, die die Debatten seit mehr als drei Jahrzehnten organisiert, als "sehr voreingenommen". Das Gremium sei voll mit "Trump-Hassern". Der republikanische Präsident schrieb weiter, es gebe viele Optionen, Debatten zu führen - zum Beispiel auch direkt und unter Umgehung der Kommission. Er freue sich darauf, mit der "glücklichen Person" zu diskutieren, die bei den Demokraten "über die Ziellinie stolpert".

Vor der Wahl 2016 war Trump bei drei Debatten gegen die Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, angetreten. Umfragen bescheinigten Clinton damals, bei den Debatten besser abgeschnitten zu haben. Trump will bei der Wahl im November 2020 wieder antreten. Der 73-Jährige hat in der Republikanischen Partei nach derzeitigem Stand keinen Herausforderer, der ihm gefährlich werden könnte.

Bei den Demokraten bewerben sich noch 15 Anwärter um die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei. Die Vorwahlen, bei denen die Demokraten ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im November 2020 endgültig bestimmen, beginnen Anfang Februar in Iowa.

Quelle: ntv.de, mau/dpa