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Mittwoch, 03. Oktober 2018

US-Präsident ändert den Ton: Trump verhöhnt Ford vor Publikum

Wie glaubwürdig sind die Frauen, die Trumps Richterkandidat Kavanaugh sexuelle Übergriffe vorwerfen? Die Aussagen der Psychologieprofessorin Ford hielt selbst der US-Präsident bisher für ernstzunehmend. Doch nun macht er sich über die 51-Jährige lustig.

US-Präsident Donald Trump hat sich öffentlich über die Frau lustig gemacht, die seinem umstrittenen Richterkandidaten Brett Kavanaugh einen sexuellen Angriff vorwirft. Bei einem Wahlkampfauftritt in Southaven im Bundesstaat Mississippi machte Trump Witze darüber, dass die Psychologieprofessorin Christine Blasey Ford sich nicht an alle Details der fraglichen Nacht erinnern kann.

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"Ich habe ein Bier getrunken, richtig?", sagte Trump und machte dabei offenbar Ford während ihrer Anhörung vor dem Senat nach. "Wie sind Sie nach Hause gekommen? Ich erinnere mich nicht. Wie sind Sie dorthin gekommen? Ich erinnere mich nicht. Wo war der Ort? Ich erinnere mich nicht. Wie viele Jahre ist es her? Ich weiß nicht, ich weiß nicht, ich weiß nicht, ich weiß nicht."

Trump fuhr vor seinen jubelnden Anhängern mit diesem nachgestellten Frage-und-Antwort-Spiel fort und sagte dann: "Aber ich habe ein Bier getrunken. Das ist das Einzige, woran ich mich erinnere. Und das Leben eines Mannes ist ruiniert. Das Leben eines Mannes ist zerstört."

Die Frontalattacke des US-Präsidenten auf die 51-jährige Ford ist ein radikaler Strategiewechsel. Bislang hatte Trump sich mit Blick auf die Frau sehr zurückgehalten und sie nach ihrer Anhörung im Senat sogar als "sehr glaubwürdige Zeugin" bezeichnet. Hintergrund solcher Aussagen könnte gewesen sein, dass die Republikaner vor den im November anstehenden Kongresswahlen möglichst vermeiden wollten Wählerinnen zu verprellen.

Kavanaugh ist Trumps Kandidat für den Supreme Court, das Oberste Gericht der USA. Ford wirft ihm vor, im Sommer 1982 auf einer Teenagerparty versucht zu haben, sie zu vergewaltigen. Zwei weitere Frauen haben ähnliche Vorwürfe gegen den Juristen erhoben. Kavanaugh hat diese Vorwürfe sehr entschieden zurückgewiesen und im Gegenzug bei einer Anhörung den Demokraten vorgeworfen, eine Kampagne gegen ihn zu organisieren. Diese argumentieren daher nun, Kavanaugh habe gezeigt, dass er nicht überparteilich genug sei, um das Amt eines Obersten Richters auszuüben. Noch in dieser Woche soll der Senat über die Berufung abstimmen.

Quelle: n-tv.de