Politik

Vorbereitung auf Gipfeltreffen Trump will Kim-Vertrauten empfangen

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Donald Trump ist trotz allem zuversichtlich, dass er sich mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im Juni treffen wird.

(Foto: AP)

Nach 18 Jahren treffen sich in New York erstmals wieder hochrangige Vertreter der USA und Nordkoreas zu Gesprächen - und legen den Rahmen für den Gipfel von Trump mit Kim Jong Un fest. Nun greift der US-Präsident selbst ins Geschehen ein.

US-Präsident Donald Trump wird sich nach eigenen Angaben am Freitag vermutlich mit einem hochrangigen Vertrauten des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un treffen. Kim Yong Chol werde ihn wahrscheinlich im Weißen Haus besuchen, sagte Trump der Nachrichtenagentur Reuters während eines Flugs zu Wahlkampfveranstaltungen in Texas. Er zeigte sich zuversichtlich, dass er sich am 12. Juni in Singapur mit Kim Jong Un treffen werde. Um eine Einigung auf eine Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel zu erzielen, könnten allerdings mehrere derartige Treffen nötig sein, sagte der US-Präsident.

Kim Yong Chol, Vize-Vorsitzender des Zentralkomitees der Arbeiterpartei, hatte sich am Mittwoch und Donnerstag in Washington mit dem amerikanische Außenminister Mike Pompeo getroffen. Dieser sprach anschließend von "substanziellen" Gesprächen. Aus seinem Ministerium verlautete, das Treffen sei wegen Fortschritten früher als geplant zu Ende gegangen. Nach einem gemeinsamen Abendessen am Mittwoch sagte Pompeo: "Es war großartig." Auf Twitter schrieb er im Anschluss: "Gutes Arbeitsessen heute Abend mit Kim Yong Chol in New York. Steak, Mais und Käse auf dem Speiseplan." Über die Inhalte des Treffens wurde nichts bekannt.

Kim Yong Chol gilt als "rechte Hand" von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und ist der ranghöchste nordkoreanische Politiker, der sich seit dem Jahr 2000 mit US-Regierungsvertretern trifft. Damals war der Vizemarschall der nordkoreanischen Armee und Parteifunktionär Jo Myong Rok von US-Präsident Bill Clinton empfangen worden. Ein ranghoher US-Regierungsmitarbeiter sagte, bei den aktuellen Gesprächen solle abgeklärt werden, was bis zu dem für den 12. Juni in Singapur geplanten Gipfel noch zu tun sei.

"Falls der Gipfel stattfindet, müssen sie bis dahin deutlich machen, was sie zu tun bereit sind", sagte der US-Vertreter über die Nordkoreaner. Die US-Regierung geht nach eigenen Angaben weiter von einem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kim Jong Un Mitte Juni aus. Die Gespräche zwischen Vertretern beider Seiten liefen gut, sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders. Trump hatte das für den 12. Juni geplante Treffen in Singapur zunächst abgesagt, einen Tag später jedoch erklärt, womöglich könne der Gipfel doch stattfinden.

Lawrow lädt Kim nach Russland ein

Hauptstreitpunkt ist das Atomwaffen- und Raketenprogramm Nordkoreas. Die USA fordern eine komplette, nachprüfbare und unumkehrbare Vernichtung dieser Waffen. Nordkorea lehnt dies nicht rigoros ab, fordert aber Sicherheitsgarantien und den Abzug der US-Truppen aus Südkorea. Diese Auseinandersetzung berührt mehrere Staaten der Region. Neben Nord- und Südkorea sind dies China, Russland, Japan und die USA.

Kim Yong Chol war Medienberichten zufolge erst nach China gereist, bevor er zum Treffen mit Pompeo nach New York weiterflog. Trump will sich vor einem Treffen mit Kim Jong Un mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe abstimmen. Zudem erwartet er nach eigenen Angaben ein Schreiben des nordkoreanischen Machthabers Kim. Trump sagte in Washington, er rechne damit, dass der Brief am Freitag übergeben werde.

In der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang überbrachte unterdessen Russlands Außenminister Sergej Lawrow die besten Wünsche von Präsident Wladimir Putin. Lawrow habe die Annäherung Nord- und Südkoreas gewürdigt und Machthaber Kim nach Russland eingeladen, erklärte das Außenministerium in Moskau. "Kommen Sie nach Russland, wir würden uns sehr freuen, Sie zu begrüßen", sagte Lawrow laut Mitteilung.

Quelle: ntv.de, jug/fzö/AFP/rts