Nach Hinweis von DeutschemTrump will "versifftes" Spiegel-Becken in Washington umgestalten

Neben seinem Job als US-Präsident betätigt sich Donald Trump auch als selbst ernannter Baumeister. In der Hauptstadt Washington geht er neben dem Ballsaal und Triumphbogen nun ein neues Projekt an.
US-Präsident Donald Trump hat neue Umgestaltungspläne für die Hauptstadt Washington DC vorgestellt. Ein reflektierendes Wasserbecken auf der National Mall unweit des Kapitols soll erneuert werden, erklärte der Republikaner bei einem Termin im Oval Office des Weißen Hauses. Auslöser der Baupläne war nach Trumps Angaben die Anmerkung eines Freundes, der aus Deutschland zu Besuch war.
"Er sagte: 'Es ist versifft und verdreckt. Das Wasser sieht eklig aus. Das entspricht nicht dem Bild, das man von diesem Land hat'", zitierte der US-Präsident seinen namentlich nicht genannten Freund.
"Im Moment ist kein Wasser darin, weil es in einem furchtbaren Zustand war. Es war verdreckt, verschmutzt und ist jahrelang wie ein Sieb ausgelaufen", erklärte der US-Präsident in einem Video, welches er auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social teilte. "Also bin ich tatsächlich hingegangen, zusammen mit dem Secret Service und einer Gruppe von Leuten, und habe mir das Ganze angesehen."
Wasserbecken erhält neue Farbe
Zukünftig solle das Wasserbecken in "amerikanischen Flaggenblau" gehalten sein, so Trump. "Wir haben die Oberfläche des bestehenden Granits, der seit 1922 dort liegt, gründlich gereinigt. Anschließend haben wir alle Fugen im Granit neu verfugt und ihn instand gesetzt", sagte Trump in dem Video. "Das hat etwa zwei Wochen gedauert und jetzt haben wir eine schöne, saubere Oberfläche, auf die wir eine Schwimmbadbeschichtung in Industriequalität auftragen."
Ursprünglich hatte er viel weitreichendere Pläne. Eigentlich wollte Trump den Granit in dem rund 600 Meter langen Becken ersetzen lassen. Angesichts der angenommenen Kosten von rund 300 Millionen Dollar und einer prognostizierten Bauzeit von mehr als drei Jahren nahm der Republikaner jedoch Abstand von der Idee.
Die aktuelle Restaurierung soll zwischen 1,5 und 2 Millionen Dollar kosten. Die Arbeiten sollen "weit vor" dem US-Nationalfeiertag am 4. Juli abgeschlossen sein. Dann feiern die USA ihr 250. Jubiläum. "In ein paar Wochen werden wir zwischen dem Washington Monument und dem Lincoln Memorial den schönsten Spiegelteich haben, den Sie je gesehen haben", sagte Trump.
Trump baut Washington um
Die Restaurierung an der National Mall reiht sich ein in eine Reihe von Umgestaltungen, die der US-Präsident in der Hauptstadt durchführte oder noch umsetzen möchte. Im Bereich der National Mall soll beispielsweise ein knapp 80 Meter hoher Triumphbogen entstehen. Am Weißen Haus selbst ließ der Staatschef unter anderem mehrere historische Räume sanieren und den kompletten East Wing des Komplexes abreißen. Dort soll für mehrere Hundert Millionen Dollar ein Ballsaal entstehen. Analog zur bekannten Bezeichnung für den US-Präsidenten als "Commander-in-chief" ("Oberbefehlshaber") bezeichnet sich Trump mitunter selbst als "builder-in-chief" ("Oberbauherr").
Im Zuge seiner Umbaupläne für das Wasserbecken schwärmte Trump auch erneut von den angeblichen Massen an Menschen, die seiner ersten Amtseinführung auf der National Mall beiwohnten. Der Republikaner stellte sich dabei in eine Reihe mit dem Bürgerrechtler Martin Luther King. "Dort hielt Martin Luther King seine berühmte Rede. Vor einer Million Menschen. Und ich hatte genau dieselbe Menschenmenge, vielleicht sogar ein bisschen mehr. Ich hatte sogar mehr Leute", behauptete der US-Staatschef.
Fotos von der Amtseinführung 2017 belegen aber das Gegenteil. Offizielle Zahlen zur Teilnehmerzahl gibt es jedoch nicht. Offizielle in Washington schätzten die Zahl der Teilnehmer auf rund 800.000 Menschen. Mehr als das Doppelte an Menschen war schätzungsweise bei der ersten Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama auf der National Mall zugegen.