Politik

"Die haben alle Aids" Trump wütete über Ausländer

US-Präsident Trump begann kurz nach seiner Vereidigung mit seiner restriktiven Einwanderungspolitik. Weil er im Juni den Unterschied zwischen Immigration und Besuch nicht versteht, wütet er einem Medienbericht zufolge mit drastischen Worten über Ausländer.

US-Präsident Donald Trump ist bei einem Treffen mit Spitzenmitarbeitern im Juni so wütend über die hohe Zahl von Immigranten gewesen, dass er sich ausfallend über bestimmte Ausländergruppen äußerte. Einem Bericht der "New York Times" zufolge stürmte er mit einem Zettel voller Zahlen ins Oval Office, in dem sich unter anderem bereits sein Sicherheitsteam versammelt hatte.

Dann habe er geklagt, es hätten seit Januar so viele Ausländer ein Einreisevisum bekommen, dass sein Wahlkampfversprechen strikterer Regeln zum Gespött werde. Freunde hätten ihn angerufen, um ihm zu sagen, dass er wie ein Idiot aussehe, soll Trump gesagt haben. Er habe dann Zahlen von dem Zettel mit Einreisestatistiken vorgelesen und sich zunächst über die Zahl von Zuwanderern aus Afghanistan ausgelassen, "einem Zufluchtsort für Terroristen".

Aus Haiti seien 15.000 Menschen gekommen, sie "alle haben Aids", zitierte die Zeitung den Präsidenten weiter. Sie berief sich dabei auf einen Beamten, der an dem Treffen teilnahm und einen zweiten, der von einem Teilnehmer unterrichtet worden sei. Demnach äußerte sich Trump auch abfällig über den Zustrom von nigerianischen Immigranten. Wenn sie einmal die USA gesehen hätten, würden sie niemals "in ihre Hütten" in Afrika zurückkehren, sagte er den Schilderungen zufolge.

Der damalige Heimatschutzminister John Kelly und Außenminister Rex Tillerson sollen versucht haben, Trump zu erklären, dass viele der Einreisenden nur zu kurzen Besuchen ins Land kämen. Kelly und Trumps innenpolitischer Berater Stephen Miller sollen Tillerson für die Zahl der Einreisenden verantwortlich gemacht haben. Der Außenminister soll sich daraufhin frustriert gezeigt und gesagt spöttisch über die Kritik an seiner Amtsführung angemerkt haben, wenn er so schlecht in seinem Job sei, solle er vielleicht komplett aufhören, Visa auszustellen.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, bestritt, dass diese Äußerungen gefallen seien. Sowohl Kelly als auch Sicherheitsberater H.R. McMaster und Tillerson, die dabei gewesen seien, wiesen "diese empörenden Behauptungen" zurück, erklärte sie.

Das Verhältnis von Tillerson und Trump gilt als belastet. In den vergangenen Monaten hieß es mehrfach, Tillerson wolle und werde womöglich das State Department vorzeitig verlassen.

Quelle: n-tv.de, rpe/dpa

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