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Ganz nah dran am US-Präsidenten: Trumps persönlicher Assistent John McEntee (r.) im Oval Office.
Ganz nah dran am US-Präsidenten: Trumps persönlicher Assistent John McEntee (r.) im Oval Office.(Foto: AP)
Dienstag, 13. März 2018

Aus dem Weißen Haus eskortiert: Trumps Assistent McEntee muss gehen

Im Windschatten des Wirbels um den gefeuerten US-Außenminister Tillerson dringen Informationen über eine weitere Personalie an die Öffentlichkeit. Vollkommen überraschend verliert einer der engsten Mitarbeiter von US-Präsident Trump seinen Job.

Der persönliche Assistent von US-Präsident Donald Trump, John McEntee, hat offenbar seinen Job verloren. McEntee sei zu Wochenbeginn aus dem Weißen Haus eskortiert worden, heißt es aus US-Regierungskreisen. Grund ist nach Aussage eines Insiders ein nicht näher spezifiziertes "Sicherheitsproblem". Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, wollte die Personalie nicht kommentieren. Auch von McEntee selbst liegt bislang keine Stellungnahme vor.

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Sollte er tatsächlich gefeuert worden sein, wäre es für Trump ein weiterer spektakulärer Wechsel in seinem engeren Umkreis. McEntee war US-Medienberichten zufolge seit Beginn der Wahlkampagne Trumps ein Mitarbeiter des New Yorker Immobilienunternehmers. John "Johnny" McEntee soll auch im Familienkreis sehr beliebt gewesen sein. "Das war ein Schock für den Inneren Zirkel im Weißen Haus", zitierten US-Medien einen Beobachter.

Trumps "Body Man" muss gehen

Der 27-jährige McEntee, ein früherer Football-Quarterback, war einer der am längsten für Trump arbeitenden Berater. Er war als Trumps "Body Man" das, was Huma Abedin für Hillary Clinton war oder Reggie Love für Barack Obama: enger Vertrauter und Assistent. McEntee kam 2015 an Bord, als das Team des damaligen Außenseiter-Kandidaten Trump im Wesentlichen aus Jared Kushner, Hope Hicks, Stephen Miller und Dan Scavino bestand. Kushner und Scavino sind noch dabei.

In der breiten Öffentlichkeit war McEntee weniger bekannt als andere Mitarbeiter, wie etwa die kürzlich zurück getretene Kommunikationschefin Hope Hicks oder der für soziale Medien zuständige Scavino. Als persönlicher Assistent hatte McEntee etwa auch dafür zu sorgen, dass Trump immer einen Stift für Autogramme bei sich hatte. Die Nähe zur Macht verlieh ihm reichlich Einfluss: McEntee soll unter anderem auch Anfragen und Mitteilungen an den Präsidenten ins Weißen Haus überbracht haben.

Zu seinen Aufgaben sollen aber auch ganz alltägliche Verrichtungen gezählt haben. Dem Vernehmen nach war McEntee zum Beispiel auch am vergangenen Sonntag dafür zuständig, in den Privaträumen des US-Präsidenten die Uhren auf Sommerzeit umzustellen. Um sich hier frei bewegen zu können, bedarf es üblicherweise einer Sicherheitsfreigabe durch US-Geheimdienste wie etwa den Secret Service, dessen Mitarbeiter für die Bewachung des Präsidenten verantwortlich sind.

Ohne Jacke direkt ins Freie

McEntees Entlassung kam offenbar auch für ihn selbst vollkommen überraschend: Aus Washington hieß es, dass Trumps Assistent das Weiße Haus verlassen musste, ohne persönliche Gegenstände oder auch nur sein Jacket mitnehmen zu können. Welcher Umstand genau McEntees sofortige Kündigung auslöste, blieb zunächst unklar. Auch McEntee selbst soll gegenüber Bekannten angedeutet haben, dass es ein nicht näher genanntes "Problem" in seinem Umfeld gebe.

Streit mit dem US-Präsidenten scheidet bei der Suche nach den möglichen Kündigungsgründen aus: McEntee bleibt dem Lager der Trump-Anhänger erhalten. Ein Sprecher der im Hintergrund anlaufenden Kampagne zu Trumps Wiederwahl im Jahr 2020 erklärte, McEntee werde dem Wahlkampf-Team künftig als Berater zur Verfügung stehen.

Quelle: n-tv.de