Politik

Kurz vor Milliardenmarke Trumps Wahlkampfausgaben auf Rekordkurs

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Trump liebt das Bad in der Menge - in Corona-Zeiten werden seine Wahlkampfauftritte jedoch kritisch beäugt.

(Foto: imago images/Hans Lucas)

US-Präsident Trump arbeitet intensiv an seiner Wiederwahl. Dafür sammelt er bereits seit 2017 fleißig Spenden. Das Budget der ersten "Make America Great Again"-Kampagne hat er bereits Monate vor dem Showdown im November überschritten. Doch auch Herausforderer Biden nimmt ordentlich Geld in die Hand.

Donald Trump will unbedingt im Weißen Haus bleiben. Für die Wiederwahl des US-Präsidenten haben sein Kampagnenteam, seine Partei und zwei beteiligte Wahlkomitees seit 2017 983 Millionen Dollar ausgegeben. Das teilte die Federal Election Commission mit. Die Behörde ist zuständig für die Regulierung der Wahlkampffinanzierung.

Allein im Juni wurden 240 Millionen Dollar in die Wiederwahlkampagne des amtierenden US-Präsidenten gesteckt. Für den designierten Herausforderer der Demokraten, Joe Biden, wurden im selben Monat 165 Millionen Dollar ausgegeben. Das Geld fließt sowohl in Werbespots, öffentliche Wahlkampfauftritte als auch die Medienproduktionen für Soziale Netzwerke.

Mit dem Sammeln von Spenden hat es Trump deutlich eiliger als seine Vorgänger. Barack Obama kam zum gleichen Zeitpunkt bei seiner Kampagne 2012 auf rund 552 Millionen Dollar. Sogar die erfolgreiche "Make America Great Again"-Kampagne von 2016 hatte ein Volumen von 878 Millionen Dollar. Bis zur Wahl im November dürfte Trumps aktuelles Budget diesen Wert deutlich übersteigen. Um die Finanzlücke zu Trump zu schließen, hatte Biden jüngst die Obergrenze für Einzelspenden angehoben. Diese liegt nun bei 730.000 Dollar.

Während Trumps Ausgaben in Rekordhöhe steigen, sinkt seine Zustimmung bei der US-Bevölkerung. Einer Umfrage der "Washington Post" und ABC News zufolge führt Biden auf nationaler Ebene deutlich vor Trump mit 15 Prozentpunkten. Trumps beträchtlicher Rückstand in den Umfragen ist sowohl auf sein umstrittenes Krisenmanagement in der Corona-Pandemie zurückzuführen als auch auf den Umgang mit den Unruhen im Zuge der Anti-Rassismus-Proteste in den USA. Allerdings muss ein Kandidat für einen Wahlsieg am 3. November die Mehrheit der Wahlmänner der Bundesstaaten gewinnen, der nationale Ausgang der Wahl ist bedeutungslos.

Trumps Herausforderer Biden führt derweil einen Wahlkampf mit wenigen öffentlichen Auftritten, versucht aber dennoch, von den Konflikten um den Präsidenten zu profitieren. Er wirft Trump "totales und absolutes Versagen" im Kampf gegen das Virus vor.

Quelle: ntv.de, mba