Politik

Verdächtiger im Mordfall Nemzow Tschetschenen-Kommandeur in Mariupol verwundet

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Tschetschenen-Machthaber Kadyrow bei einer Lagebesprechung. Laut eigenen Angaben in der Ukraine.

(Foto: REUTERS)

An der Seite Russlands beteiligen sich tschetschenische Einheiten an der Belagerung von Mariupol. Bei Gefechten in der Stadt wird einer ihrer Kommandeure verwundet. Der 43-Jährige gilt als Organisator des Mordes an Kremlkritiker Boris Nemzow.

Bei Häuserkämpfen in der ukrainischen Stadt Mariupol ist der tschetschenische Feldkommandant Ruslan Geremeyev verwundet worden. Das teilte Tschetschenen-Machthaber Ramsan Kadyrow auf Telegram mit. Dazu veröffentlichte er ein Video, wie er den 43-Jährigen in einer Klinik besuchte.

"Er ist ein echter Krieger, ein wahrer Patriot des Vaterlandes", schrieb Kadyrow über Geremeyev. "Dank solch tapferer und mutiger Krieger wie Ruslan werden unsere Streitkräfte jeder Bedrohung standhalten und den Frieden und die Sicherheit Russlands gewährleisten." Über die Schwere der Verletzung macht Kadyrow keine Angaben. Er gab jedoch an, Geremeyev befinde sich auf dem Wege der Besserung.

Bereits am Samstag behauptete Kadyrow auf seinem Telegram-Kanal, dass seine Einheiten zentrale Punkte in Mariupol erobert hätten. Dazu zeigte er ein Video, wie Geremeyev und seine Soldaten die tschetschenische Flagge an einem Gebäude hissen. Laut Kadyrow handelte es sich um das Rathaus von Mariupol. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht. Zu dem Video schrieb Kadyrow: "Ich nenne ihn Ruslan den 'Guten', weil er seine Arbeit immer erledigt. Ihm wurde das schwierigste Gebiet von Mariupol zugewiesen, aber in dieser Aufgabe hat sich der Kommandant perfekt bewährt."

Wie die englische "Times" berichtete, ist Geremeyev Befehlshaber des Nord-Bataillons der tschetschenischen Streitkräfte und führt den Rang eines Majors. Zudem wird er verdächtigt, Drahtzieher des Mordes an Putin-Kritiker Boris Nemzow sein. Der russische Politiker wurde am 27. Februar 2015 in unmittelbarer Nähe des Kreml erschossen. Am darauffolgenden Tag wollte Nemzow eine Demonstration gegen den russischen Einmarsch in der Ostukraine anführen. Für den Mord wurden fünf Männer zu Haftstrafen verurteilt.

Russische Ermittler stuften Geremeyev zunächst als Tatverdächtigen ein, führten ihn später jedoch nur noch als Zeugen. Er wurde nie zu dem Fall befragt und floh nach Abu Dhabi. 2019 verhängte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen Geremeyev im Zusammenhang mit dem Mord und einem Folterfall.

Quelle: ntv.de, jpe

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