Tückisch und tödlichIran setzt in Angriffen auf Israel Streumunition ein

Der Einsatz von Streumunition ist international weitgehend geächtet, weil besonders Zivilisten gefährdet sind. Dennoch scheint der Iran sie in Angriffen auf Israel einzusetzen.
Israel hat dem Iran den Einsatz von Streubomben vorgeworfen, einer international geächteten Waffe. Seit Beginn der iranischen Angriffe auf Israel am Samstag habe der Iran "zahlreiche Male" Streubomben eingesetzt, sagte der israelische Armeesprecher Nadav Shoshani. Ein Einsatz solcher Munition gegen Zivilisten sei ein Kriegsverbrechen, betonte der Sprecher. Auch der staatliche iranische Rundfunk berichtete, Streumunition sei in einer Angriffswelle auf Israel eingesetzt worden.
Weder Israel noch der Iran gehören zu den mehr als einhundert Unterzeichnern der internationalen Konvention gegen Streumunition, die den Einsatz, die Weitergabe, die Produktion und die Lagerung von Streumunition verbietet.
Streubomben können aus Flugzeugen abgeworfen oder vom Boden aus abgefeuert werden. In der Luft werden dann dutzende oder sogar hunderte kleinere Sprengkörper über großer Fläche freigesetzt, sogenannte Bomblets. Diese Streumunition ist nicht nur unpräzise, sondern auch dadurch tückisch, dass viele der Sprengkörper nicht beim Aufprall explodieren. Damit können sie noch Jahre später zu einer Gefahr für Zivilisten werden, besonders für spielende Kinder.
Die israelische Polizei veröffentlichte ein Aufklärungsvideo, in dem ein Sprengstoffspezialist die Gefahren von Streumunition erklärte. Bereits am Mittwoch hatte die Polizei Hinweise auf Streumunition gemeldet. Videomaterial von Donnerstagabend zeigte einen Angriff, bei dem ein Schwarm Geschosse über dem Zentrum Israels niederging. Ein Militärexperte identifizierte die Geschosse als Teile einer Streubombe.
Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran gestartet. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Als Reaktion auf die Angriffe attackiert der Iran seitdem Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.