Politik

Familie fürchtet Auslieferung Türkei lässt Deutschen in Italien verhaften

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Der Deutsche mit kurdischen Wurzeln wurde mit einem internationalen Haftbefehlt festgenommen und ist derzeit in Bozen inhaftiert. (Symbolbild.)

(Foto: imago images / Pacific Press Agency)

Auf Betreiben der Türkei wird ein Deutscher mit kurdischen Wurzeln in Italien festgenommen. Die Familie des Mannes vermutet politische Gründe und befürchtet eine Auslieferung. Der Mann war 1996 aus der Türkei geflohen und hatte zuvor an Demonstrationen teilgenommen.

Die Türkei hat erneut einen deutschen Staatsbürger festnehmen lassen. Wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtete, wurde der Mitarbeiter der hannoverschen Stadtverwaltung in seinem Urlaubshotel in Italien aufgegriffen. Es handelt sich dem Bericht zufolge um einen 45-jährigen deutschen Staatsbürger mit kurdischen Wurzeln, der in der Türkei geboren wurde. Gegen ihn war demnach ein internationaler Haftbefehl erwirkt worden.

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es auf Anfrage, der Fall sei bekannt. Das deutsche Generalkonsulat in Mailand stehe mit dem Betroffenen in Kontakt und habe eine konsularische Betreuung eingeleitet. Was genau dem Mann vorgeworfen wurde, war dem Zeitungsbericht zufolge unklar. Er hatte demnach in Istanbul studiert und dort auch an Demonstrationen teilgenommen. Seine Familie vermute daher einen politischen Hintergrund.

Bereits 1996 sei der Mann aus der Türkei geflohen und habe in Deutschland Asyl erhalten. Jahre später wurde er deutscher Staatsbürger, behielt aber auch seinen türkischen Pass. Er sei nun in Bozen inhaftiert. Die Familie befürchte eine Auslieferung an die Türkei.

Der Bruder des Inhaftierten wandte sich dem Bericht zufolge an Hannovers früheren Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg. Der SPD-Politiker habe daraufhin Außenstaatsminister Niels Annen um Hilfe gebeten. Zuvor hatte es bereits wiederholt ähnliche Vorfälle mit deutschen Staatsbürgern gegeben, die im Ausland aufgrund von der Türkei erwirkter Haftbefehle festgenommen wurden.

Quelle: ntv.de, mau/AFP