Politik

Ziel: Wissenschaftlerin in Wien Türkischer Ex-Spion sollte Anschlag verüben

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Der Ex-Geheimdienstmitarbeiter zeigte sich selbst bei der österreichischen Justiz an.

(Foto: imago images/Alex Halada)

Die kurdischstämmige Wissenschaftlerin Aslan will bei den Landtagswahlen in Österreich antreten. Mit ihrer Warnung vor türkischen Spionagenetzwerken wird sie offenbar zum Ziel des Geheimdienstes in Ankara. Ein Ex-Spion sollte nach eigener Aussage einen Anschlag auf die 38-Jährige ausüben.

Der österreichische Verfassungsschutz prüft einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) zufolge Attentatspläne eines ehemaligen Mitarbeiters des türkischen Geheimdienstes (MIT) auf eine kurdischstämmige Wissenschaftlerin Berivan Aslan. Aslan will in drei Wochen für die Grünen bei den Landtagswahlen in Wien antreten und hatte bereits mehrmals vor "Aktivitäten türkischer Spionagenetzwerke" in Österreich gewarnt.

Der pensionierte MIT-Mitarbeiter hatte sich selbst beim Verfassungsschutz gemeldet und ausgesagt, er sei von einem Kontaktmann in Belgrad angeheuert worden, um einen Anschlag auf Aslan auszuüben. Der Türke offenbarte in einer weiteren Vernehmung, dass es mehrere geplante Anschläge gebe. Er nannte im Zuge dessen vier Zielpersonen.

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Der "SZ" gegenüber erklärte Aslan, sie nehme diese Drohung sehr ernst.

(Foto: imago/Eibner Europa)

Bei dem Anschlag auf die 38-Jährige sei nach Aussage des ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters nicht ausschlaggebend gewesen, ob Aslan getötet oder verletzt werde. Es sei darum gegangen, "eine Botschaft zu überbringen", berichtet die SZ und bezieht sich dabei auf das Vernehmungsprotokoll.

Laut dem Bericht äußerte sich die türkische Botschaft in Berlin zu den Einlassungen des pensionierten Spions skeptisch: Der Botschafter bezeichnete die Aussagen als vorgebrachten Sachverhalt für "nicht glaubwürdig", hieß es.

Der Ex-Spion soll zuletzt als Zeuge in einem Prozess gegen den türkischen Mitarbeiter der US-Botschaft in Istanbul ausgesagt haben. Diesem wurde die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Verbindungen zur Gülen-Bewegung vorgeworfen. Das Gericht verurteilte den Botschaftsmitarbeiter zu acht Jahren Gefängnis. Mittlerweile soll gegen den Ex-Spion ebenfalls ein Verfahren laufen. Mit der Selbstanzeige habe er sich wohl schützen wollen, schreibt die SZ.

Quelle: ntv.de, mba