Politik

Abschied nach 23 JahrenUS-Militär zieht bis Ende September vollständig aus dem Irak ab

14.07.2026, 20:41 Uhr
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Ein Helikopter fliegt über eine US-Militärbasis im Irak. (Foto: picture alliance/dpa)

Die USA marschieren 2003 in den Irak ein und stürzen Machthaber Saddam Hussein. Über die Jahre wird das Kontingent deutlich reduziert. Das Land bleibt aber wichtiger Stützpunkt in der Region, vor allem im Kampf gegen den IS. Bis zum Herbst ist damit Schluss.

Das US-Militär wird bis zum 30. September und damit in weniger als drei Monaten vollständig aus dem Irak abziehen. Das sagte der irakische Ministerpräsident Ali al-Saidi heute bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington. "Nun, wir glauben nicht, dass wir das Militär dort noch brauchen", sagte Trump im Weißen Haus. Man sei da, um zu helfen, wenn der Irak das brauche, glaube allerdings nicht, dass das nötig sei.

Trump und al-Saidi bestätigten mit den Aussagen einen bereits bekannten Zeitrahmen für den seit Jahren diskutierten Schritt. Die Zahl der US-Truppen wurde in vergangenen Monaten bereits verringert. Im Januar verließen die US-Soldaten den wichtigen Stützpunkt Ain al-Assad vollständig und übergaben dort die Kontrolle an die irakischen Sicherheitskräfte.

Zuvor waren nach US-Angaben rund 2500 ihrer Soldaten in dem Land im Einsatz. Nach dem Abzug von Ain al-Assad verblieben die US-Truppen noch in Erbil in der Kurdenregion, an einem Stützpunkt in Nähe des Flughafens von Bagdad und im Regierungsviertel der Hauptstadt, bekannt als Grüne Zone.

Al-Saidis Regierung knüpft den geplanten US-Abzug an die Entwaffnung von Milizen, die im Irak großen militärischen und politischen Einfluss haben und die in unterschiedlichen Maß vom Iran unterstützt werden. Bis zum 30. September soll diese Entwaffnung abgeschlossen sein - eine enorme Herausforderung, weil die mächtigsten Milizen im Land den Schritt ablehnen. Die bewaffneten Gruppen hätten nach diesem Datum kein Existenzrecht mehr, sagte al-Saidi.

Die USA starteten 2014 im Irak und im benachbarten Syrien eine internationale Koalition zum Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der Einsatz begann, nachdem der IS dort große Gebiete überrannt hatte. Der IS ist militärisch weitgehend besiegt, in beiden Ländern sind aber weiterhin IS-Kämpfer aktiv, die auch Anschläge verüben. Das US-Militär bombardiert im Irak weiterhin Ziele des IS wie auch der mit Teheran verbündeten Milizen im Zuge des Iran-Kriegs.

Bis zum 160.000 US-Soldaten im Irak

Die USA waren 2003 in den Irak einmarschiert. Der Militäreinsatz führte zum Sturz des damaligen Machthabers Saddam Hussein. Zeitweise waren mehr als 160.000 US-Soldaten im Irak stationiert. Nach ihrem Abzug 2011 blieb nur ein kleines Truppenkontingent zurück, das mit dem Kampf gegen den IS aber wieder erhöht wurde. Vor allem die mit dem Iran verbündeten Milizen und politischen Kräfte im Land fordern schon lang den vollständigen Abzug der Amerikaner.

Trump lobte seinen Gast als "großartige Führungsperson". Schon bei der Begrüßung al-Saidis am Weißen Haus hob er hervor: "Dieser Mann hat gerade eine wichtige Wahl gewonnen. Sie werden sehr gut repräsentiert", sagte er über die irakische Bevölkerung.

Al-Saidis Besuch bei Trump ist seine erste offizielle Auslandsreise, seit er im Frühjahr das Amt des irakischen Ministerpräsidenten übernommen hat. Ein Fakt, der die Bedeutung der USA für den Irak unterstreicht. Der Geschäftsmann al-Saidi war zuvor in der Politik ein weitgehend unbekanntes Gesicht.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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