Politik

Flammende Rede im Parlament US-Politstar kontert sexistische Beleidigung

Alexandria Ocasio-Cortez gilt als eine Leitfigur der Demokraten. Die sexistische Beschimpfung eines anderen Abgeordneten nimmt sie nicht widerspruchslos hin und kontert mit einer eindringlichen Rede. Darin prangert sie ein tiefergehendes Problem an.

Die US-Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez hat sich gegen eine sexistische Beschimpfung, die mutmaßlich ein Kollege äußerte, zur Wehr gesetzt. In einer zehnminütigen Rede vor dem Repräsentantenhaus warf die prominente Demokratin dem Republikaner Ted Yoho vor, sie bei einer Begegnung auf den Stufen des Kapitols eine "fucking bitch" genannt zu haben.

Ocasio-Cortez, ein aufsteigender Polit-Star der US-Demokraten, sieht darin ein "Muster" schlechten Verhaltens von Männern gegenüber Frauen. Yoho bestreitet laut US-Medien, die Beleidigung ausgesprochen zu haben. Bei der Konfrontation am Montag sei der Abgeordnete aus Florida auf Ocasio-Cortez zugegangen und habe ihre Haltung zu Kriminalität und Arbeitslosigkeit in ihrer Heimatstadt New York kommentiert, sagte Ocasio-Cortez.

Er habe sie zunächst "ekelhaft", "verrückt" und "gefährlich" genannt. Daraufhin habe sie ihn "unhöflich" genannt und sei weitergegangen. Erst als die Abgeordnete bereits fort war, sei die vulgäre Beleidigung gefallen - vor Journalisten, sagte Ocasio-Cortez. Yoho entschuldigte sich laut US-Medien später für die "kurz angebundene Art und Weise des Gesprächs", bestritt jedoch, sie sexistisch beleidigt zu haben.

"Akzeptanz von Gewalt gegenüber Frauen"

Was ihr widerfahren sei, sei kein Einzelfall, sagte Ocasio-Cortez in ihrer emotionalen Rede vor dem Repräsentantenhaus, in der sie auch über ihre Zeit als Kellnerin in New York sprach. Ich habe Männer aus Bars hinausgeworfen, die eine Sprache wie die von Herrn Yoho verwendet haben", sagte sie. Es gebe eine "Machtstruktur", die eine "Akzeptanz von Gewalt und gewalttätiger Sprache gegenüber Frauen" zulasse, sagte sie. Sie warf Yoho vor, sich damit herausreden zu wollen, selbst Ehemann und Vater von zwei Töchtern zu sein.

Ocasio-Cortez hat familiäre Wurzeln in Puerto Rico, geboren und aufgewachsen ist sie in New York. In ihrer Rede kritisierte die Politikerin auch US-Präsident Donald Trump: "Der Präsident der USA sagte mir letztes Jahr, ich solle in ein anderes Land zurückkehren, implizierend, dass ich nicht nach Amerika gehöre." Die 30-Jährige, die 2018 als bislang jüngste Frau in den Kongress gewählt worden war, gilt als eine Leitfigur des linken Flügels der Demokraten und ist auch eine ausgesprochene Kritikerin des Präsidenten.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/AFP

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