Politik

"Offensichtliche Provokation" US-Spionageflieger reizt Chinas Führung

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Die Lockheed U-2 Dragon Lady wird als Aufklärungsflugzeug eingesetzt.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Die Spannungen zwischen China und den USA verschärfen sich nach dem Aufklärungsflug eines amerikanischen Militärjets erneut. Peking bezichtigt Washington der Spionage, weil in der Flugverbotszone Feuerwehrübungen der chinesischen Streitkräfte abgehalten werden.

Ein US-Spionageflugzeug soll nach chinesischen Angaben in eine Flugverbotszone über der Volksrepublik eingedrungen seien. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua bezeichnete den Flug der U-2-Maschine in die Zone im Norden Chinas als "offensichtliche Provokation". Das Vorgehen der USA hätte leicht zu "Fehleinschätzungen und sogar Unfällen" führen können, meldete die Agentur.

Mit dem Eindringen in die Flugverbotszone hätten die USA gegen die zwischen beiden Staaten geltenden Sicherheitsregeln verstoßen, zitierte Xinhua einen Sprecher des Verteidigungsministeriums in Peking. Die Zone wird der Agentur zufolge von den chinesischen Streitkräften für Übungen in der Bekämpfung von Bränden genutzt.

Im Mai hatten chinesische Kampfflugzeuge nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Peking über den umstrittenen Gewässern im Südchinesischen Meer ein US-Spionageflugzeug abgefangen. Nach Angaben des Pentagon war die Maschine der US-Marine jedoch im internationalen Luftraum unterwegs gewesen.

Die Beziehungen zwischen den USA und China haben sich in den vergangenen Monaten drastisch weiter verschlechtert. Belastet wird das Verhältnis unter anderem durch die chinesischen Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer, die massiven chinesischen Eingriffe in die Autonomierechte der Sonderverwaltungszone Hongkong und Streit um den Umgang mit der Corona-Pandemie.

Auch die Handelsstreitigkeiten zwischen beiden Ländern dauern an. Allerdings hatten Unterhändler Washingtons und Pekings sich am Montag bei einem Telefonat gegenseitig versichert, dass ihre Regierungen weiter auf eine Entschärfung des Handelskonflikts hinwirken wollten, wie es von beiden Seiten hieß. Dazu soll weiter an der Umsetzung eines im Januar geschlossenen Teilhandelsabkommens gearbeitet werden.

Quelle: ntv.de, mba/AFP