US-Wahl 2020

Proteste gegen Wahlniederlage Tausende wollen "vier weitere Jahre" Trump

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Eines muss man Donald Trump lassen: Seine Anhänger unterstützen ihn leidenschaftflich.

(Foto: picture alliance/dpa)

Donald Trump weigert sich weiterhin, seine Niederlage bei der US-Wahl einzugestehen. Auch seine Anhänger wehren sich laustark bei einer Protestveranstaltung in Washington. Der US-Präsident schaut kurz bei den Protesten vorbei, vergnügt sich dann aber lieber auf dem Golfplatz.

Tausende Anhänger von US-Präsident Donald Trump haben sich zum Protest gegen die Abwahl des Amtsinhabers in Washington versammelt. Die Demonstranten forderten trotz des Wahlsiegs seines demokratischen Herausforderers Joe Biden "vier weitere Jahre" für Trump im Weißen Haus und prangerten einen angeblichen Wahlbetrug an.

Trump selbst ließ sich mit seiner Präsidenten-Limousine an der Freedom Plaza vorbeifahren, wo mindestens 10.000 Demonstranten zusammengekommen waren. Dort wurde er mit lautem Jubel empfangen. Trump lächelte und winkte den Demonstranten zu. Der Präsident fuhr anschließend zum Golfen weiter. Im Onlinedienst Twitter schrieb Trump, "Hunderttausende" Demonstranten seien in Washington für ihn auf die Straße gegangen. Seine Sprecherin Kayleigh McEnany behauptete gar, es seien mehr als eine Million Teilnehmer gewesen, was offensichtlich maßlos übertrieben war.

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Donald Trump ließ sich ebenfalls bei den Protesten blicken, ...

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach der Demo kam es vereinzelt zu Schlägereien zwischen Anhängern und Gegnern des Präsidenten. Eine Person wurde durch Messerstiche verletzt, wie der TV-Sender Fox unter Berufung auf das Bürgermeisteramt berichtete. Auch zwei Polizisten seien verletzt worden und es habe 20 Festnahmen gegeben. Die Veranstaltung hieß "Million MAGA March", in Anlehnung auf Trumps Wahlkampfmotto "Make America Great Again". Zur Teilnahme an den Kundgebungen hatten unterschiedliche Gruppierungen aufgerufen, unter ihnen auch Enrique Tarrio, Anführer der nationalistischen "Proud Boys", und die Gruppe "Frauen für Trump".

Der Präsident weigert sich weiterhin, seine Niederlage bei der Präsidentenwahl vom 3. November einzugestehen. Am Freitag schien er aber erstmals ein mögliches Einlenken anzudeuten: Die "Zukunft" werde zeigen, wer das Land künftig regiere, sagte er in einem Nebensatz bei einer Ansprache im Rosengarten des Weißen Hauses.

Keine Hinweise auf Wahlbetrug

Am Freitag hatten die Fernsehsender CNN und ABC den früheren Vizepräsidenten Biden auch im umkämpften Südstaat Georgia mit seinen 16 Wahlleuten zum Sieger ausgerufen. Damit kommt Biden auf 306 der landesweit 538 Wahlleute, für einen Wahlsieg brauchte er 270.

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... danach ging es zum Golfen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zugleich erklärten CNN und ABC, Trump habe das ebenfalls umkämpfte North Carolina mit seinen 15 Wahlleuten für sich entschieden. Damit wurden in allen Bundesstaaten Sieger ausgerufen. Trump kommt auf insgesamt 232 Wahlleute.

Der Amtsinhaber spricht seit Tagen ohne Belege von angeblichem Wahlbetrug und wirft den Demokraten vor, ihm die Wahl "stehlen" zu wollen. Bislang haben die Wahlbehörden in keinem einzigen US-Bundesstaat größere Unregelmäßigkeiten gemeldet. Hochrangige Vertreter der US-Wahlbehörden wiesen Betrugsvorwürfe in einer gemeinsamen Erklärung entschieden zurück: Die Wahl am 3. November sei "die sicherste der amerikanischen Geschichte" gewesen.

Quelle: ntv.de, chr/AFP