Politik

Zielübungen in der Wüste? USA: China baut Attrappen von US-Schiffen

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Dieses Modell soll einem US-Flugzeugträger nachempfunden sein.

(Foto: USNI)

Wegen Pekings Ansprüchen auf das Südchinesische Meer und Taiwan ist das Verhältnis zwischen China und den USA angespannt. Nun präsentiert Washington Satellitenaufnahmen, die Nachbildungen von US-Kriegsschiffen zeigen sollen. Die Volksarmee nutze die Attrappen für Zielübungen, so der Vorwurf.

Das chinesische Militär hat nach amerikanischen Angaben Attrappen eines Flugzeugträgers und zwei anderer Kriegsschiffe der USA für mögliche Zielübungen in der Wüste gebaut. Wie aus einem Bericht des US Naval Institutes in Annapolis im US-Bundesstaat Maryland hervorgeht, zeigen Satellitenaufnahmen die Nachbildungen in der Ruoqiang-Gegend der Taklamakan-Wüste in der nordwestchinesischen Region Xinjiang.

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China dementiert die Anschuldigungen der USA.

(Foto: USNI)

Das Flugzeugträger-Modell sei praktisch flach in Originalgröße und dürfte auf dem Radar ähnlich wie ein Zielbild erscheinen, heißt es in dem Bericht. Es sei nicht das erste Mal, dass solche Ziele in der Wüste gebaut worden seien, doch seien diese Nachbildungen genauer und weiter entwickelt. Auf eine Frage nach dem Bericht sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Wang Wenbin, vor der Presse in Peking: "Ich weiß nichts von dieser Sache."

Der Bericht fällt in eine Zeit wachsender Spannungen zwischen beiden Ländern um Taiwan oder Chinas umstrittene Territorialansprüche im Südchinesischen Meer. US-Präsident Joe Biden hatte im vergangenen Monat zugesagt, dass die USA Taiwan im Falle eines Angriffs durch China verteidigen würden. China reagierte empört und warf den USA Einmischung in innere Angelegenheiten vor. Die kommunistische Führung betrachtet Taiwan als Teil der Volksrepublik und droht mit einer Eroberung.

Die USA haben sich der Verteidigungsfähigkeit Taiwans verpflichtet - was bislang vor allem Waffenlieferungen bedeutete. Die Frage nach einem militärischen Beistand im Angriffsfall wurde bislang bewusst offengelassen, weil es von Peking als Verstoß gegen dessen "Ein-China-Doktrin" gesehen würde.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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