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Soldaten gehen, Probleme bleiben USA beenden offiziell Irak-Krieg

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Die Fahne wird eingeholt.

(Foto: dpa)

Nach knapp neun Jahren erklären die USA den Irak-Krieg offiziell für beendet. Soldaten rollen symbolisch eine amerikanische Militär-Flagge ein. Die letzten 4000 von ehemals 170.000 US-Soldaten verlassen in den kommenden Tagen ein Land, in dem die Aufständischen zwar geschwächt wurden, ihren Kampf aber fortsetzen.

Bei einem Festakt zum bevorstehenden Abzug der letzten US-Soldaten aus dem Irak hat Verteidigungsminister Leon Panetta den Irakern Unterstützung über den Abzugstermin hinaus zugesagt. Zugleich äußerte er auf dem Bagdader Flughafen die Hoffnung, dass die irakischen Sicherheitskräfte künftig allein zurechtkämen. Regierungschef Nuri el Maliki sagte, die Erfolge der Diplomatie hätten den US-Abzug möglich gemacht.

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Leon Panetta hatte sicher gerne über mehr Erfolge gesprochen.

(Foto: dpa)

Der Irak werde auch in Zukunft mit "Terroristen und denjenigen, die auf die Spaltung des Landes aus sind", konfrontiert sein, sagte der Pentagon-Chef. Aber die USA würden den Irakern bei diesen Herausforderungen zur Seite stehen. Der Kommandeur der US-Truppen im Irak, General Lloyd Austin, legte feierlich die Fahne der US-Truppen zusammen. Er sprach von einem "historischen Ereignis", vor fast neun Jahren habe er den Vortrupps der dritten US-Division den Befehl erteilt, die Grenze zum Irak zu überschreiten.

An der Zeremonie nahmen auch der US-Botschafter in Bagdad, James Jeffrey, Generalstabschef Martin Dempsey und der Chef des US-Zentralkommandos, General James Mattis, sowie 160 US-Soldaten teil. Die irakische Seite war durch Generalstabschef Babaker Sebari und den Sprecher des Verteidigungsministeriums, Mohammed el Askari, vertreten.

Zeitweise 170.000 US-Soldaten stationiert

Die US-Armee war 2003 ohne Zustimmung der Vereinten Nationen in den Irak einmarschiert und hatte dort den langjährigen Präsidenten Saddam Hussein gestürzt. Zeitweise waren bis zu 170.000 US-Soldaten im Irak stationiert. Derzeit halten sich noch etwas mehr als 4000 US-Soldaten im Irak auf, die das Land in den kommenden Tagen verlassen sollen.

Obama lobt Irak-Krieg als Erfolg auf der Militärbasis Fort Bragg im Bundesstaat North Carolina vor heimkehrenden Soldaten das Ende des Militäreinsatzes als nationalen Erfolgsmoment gefeiert. Der Präsident, der ursprünglich zu den Gegnern dieses 2003 von seinem Vorgänger begonnenen Kriegs gehört hatte, lobte zugleich die "außergewöhnlichen Leistungen" der USA in dem Einsatz.

Proteste gegen die US-Armee

Am Mittwoch hatten hunderte Iraker in der Stadt Falludscha gegen die US-Armee demonstriert, US-Fahnen verbrannt und Parolen zur Unterstützung des "Widerstands" gerufen. Ministerpräsident Maliki sagte, er habe kein Problem mit der Freude der Einwohner von Falludscha oder anderswo über den Abzug der US-Soldaten, auch nicht mit den Erklärungen von Aufständischen, sie hätten den Abzug bewirkt. "In Wirklichkeit ist der vollständige Abzug der Amerikaner durch Diplomatie und Verhandlungen zustande gekommen", fügte er hinzu.

Quelle: n-tv.de, AFP

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