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Mutmaßliche Angriffe auf Tanker USA beschuldigen Iran und schicken Zerstörer

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US-Zerstörer "USS Mason" ist nach US-Angaben auf dem Weg in den Golf von Oman.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im Golf von Oman explodieren mehrere Sprengsätze an zwei Tankern. Experten gehen von Haftminen aus. Die USA und Saudi-Arabien verdächtigen offen den Iran. Ein US-Zerstörer wird in die Region geschickt. Mahnende Worte, auch aus Deutschland, verhallen.

Die USA machen den Iran für die Angriffe auf zwei Öltanker im Golf von Oman verantwortlich und erhöhen ihre militärische Präsenz vor Ort. "Es ist die Einschätzung der US-Regierung, dass die Islamische Republik Iran verantwortlich für die Angriffe ist, zu denen es heute im Golf von Oman kam", sagte US-Außenminister Mike Pompeo. Die Regierung stütze sich dabei auf Geheimdienstinformationen.

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US-Außenminister Mike Pompeo: "Iran steckt hinter Tanker-Attacken."

(Foto: dpa)

Pompeo lieferte allerdings keine konkreten Belege dafür, dass der Iran hinter den mutmaßlichen Attacken steckt. "Wir haben keinerlei Beweise diskutiert", sagte der kuwaitische UN-Botschafter Mansur al-Otaibi nach einem Treffen des UN-Sicherheitsrats.

Saudi-Arabien teilt US-Einschätzung

Die US-Einschätzung stütze sich auf den "Grad an Expertise", mit dem die Angriffe ausgeführt worden seien. Diese "unprovozierten Attacken" stellten eine Gefahr für die Freiheit der Schifffahrt dar und seien Teil einer iranischen "Kampagne", die Spannungen in der Region zu erhöhen, sagte der US-Außenminister.

Auch Saudi-Arabien macht den Iran für die mutmaßlichen Angriffe verantwortlich. Man habe keinen Grund, an den Angaben von US-Außenminister Pompeo zu zweifeln, sagte dessen saudiarabischer Kollege Adel al-Dschubeir dem US-Sender CNN. Der Iran habe bereits in der Vergangenheit Derartiges getan.

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Am Rumpf eines der beiden attackierten Schiffe sei laut Regierungskreisen ein Sprengsatz entdeckt worden, vermutlich eine Haftmine. Es handele sich um die gleiche Angriffsmethode wie vor einem Monat, als vier Öltanker vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate attackiert wurden. 

Mahnende Worte verhallen

Nach den mutmaßlichen Angriffen schicken die USA den Zerstörer "USS Mason" in das Gebiet. Das Schiff sei auf den Weg dorthin, wo die beiden Tanker angegriffen worden seien, teilte das US-Militär mit. Der Zerstörer "USS Bainbridge" stehe zudem in engem Kontakt mit einem der beschädigten Tanker, der "Kokuka Courageous". Man habe zwar kein Interesse an einer Einbindung in einen neuen Konflikt im Nahen Osten. Das Militär sei aber bereit, US-Interessen zu verteidigen, etwa das der freien Schifffahrt.

Die Vereinten Nationen, Deutschland und Großbritannien hatten zuvor vor einer Eskalation gewarnt. Die Welt könne sich keine große Konfrontation in der Golfregion leisten, sagte UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Allen müssen klar sein, dass einige in der Region versuchten, Feuer zu entfachen. Nun müsse geklärt werden, was geschehen und wer dafür verantwortlich sei. Bei den Angriffen wurden die beiden Tanker "Front Altair" und "Kokuka Courageous" beschädigt. Nach den Vorfällen schoss der Ölpreis um bis zu vier Prozent in die Höhe.

"Bedrohung für den Frieden"

Die Bundesregierung zeigte sich besorgt. Der Vorfall sei außerordentlich beunruhigend, sagte Außenminister Heiko Maas. Dies seien Ereignisse, die zu einer Eskalation führen könnten. Sabotageakte seien generell eine Bedrohung für offene Handelswege und "aktuell auch eine Bedrohung für den Frieden". Großbritannien bot an, bei den Ermittlungen zu helfen. "Angriffe wie diese auf zivile Schiffe sind völlig inakzeptabel", sagte ein Sprecher von Premierministerin Theresa May. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition im Jemen-Krieg sprach von einer schwerwiegenden Eskalation. Die Nachrichtenagentur Irna meldete, alle 44 Crew-Mitglieder beider Schiffe seien von iranischen Seeleuten gerettet worden.

Erst Mitte Mai waren vier Öltanker vor der Küste der VAE attackiert worden. Saudi-Arabien machte den Iran und von der Islamischen Republik unterstützte Kräfte dafür verantwortlich. Der Iran wies die Vorwürfe zurück. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich zuletzt im Streit über das Atomprogramm der Islamischen Republik massiv verschärft. Am Donnerstag hatten mit dem Iran verbündete Huthis eine Rakete auf einen Flughafen in Saudi-Arabien abgefeuert.

Ein Regierungssprecher in Teheran erklärte, alle Länder der Region sollten sich zusammenschließen, um die strategischen Wasserwege zu schützen. Der Golf von Oman ist über die Straße von Hormus mit dem Persischen Golf verbunden. Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten Wasserwege weltweit, der vor allem für Öltransporte aus der Golfregion eine zentrale Rolle spielt.

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Quelle: n-tv.de, bad/mba/rts/AFP/dpa

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