Politik

60 Sekunden gegen Gewalt USA buchen Werbung in Pakistan

Obama-2.jpg

Hillary Clinton und Barack Obama versuchen, durch einen bezahlten Clip zu den protestierenden Muslimen durchzudringen.

(Foto: screenshot/youtube)

Die US-Regierung erklärt immer wieder, dass sie mit dem islamfeindlichen Video, das unter Muslimen für große Unruhe sorgt, nichts zu tun hat. Doch sie dringt kaum zu den Menschen auf der Straße vor. Nun versucht sie es mit gekaufter Sendezeit im pakistanischen Fernsehen.

Mit ernstem Blick schaut Barack Obama seine Zuhörer an, neben ihm steht Hillary Clinton. Präsident Obama sagt: "Seit unserer Gründung sind die Vereinigten Staaten eine Nation des Respekts - des Respekts vor allen Glaubensrichtungen." Und weiter: "Wir lehnen alle Versuche ab, den religiösen Glauben anderer zu verunglimpfen." So beginnt ein Video, dass die US-Regierung derzeit im pakistanischen Fernsehen laufen lässt, um die dortigen Muslime von Gewalt gegen US-Einrichtungen abzubringen.

Weiter geht es mit einem Statement von Außenministerin Clinton: "Lassen Sie mich ganz klar sagen, dass die Vereinigten Staaten absolute nichts mit diesem Video zu tun haben. Wir lehnen den Inhalt absolut ab. Der Einsatz Amerikas für religiöse Toleranz geht zurück auf die Ursprünge unserer Nation."

Das Weiße Haus hat diese Szenen aus Reden von Obama und Clinton von vor einer Woche zu einem 60-sekündigen Clip zusammengeschnitten und dafür Sendezeit bei allen pakistanischen Fernsehsendern gebucht. Die Statements sind mit Untertiteln in Urdu unterlegt, der Nationalsprache Pakistans.

Am Ende des Videos wird das Wappen der USA eingeblendet, um den offiziellen Charakter der Nachricht hervorzuheben. Eine Sprecherin des Weißen Hauses erinnerte daran, dass in vielen Ländern für eine Darstellung der amerikanischen Sichtweise auf den Islam gehalten wurde.

Regierung bittet um Hilfe

Obama und Clinton hatten sich zwar eindeutig von dem Video distanziert, doch mit der üblichen Pressearbeit sei man bei den pakistanischen Medien nicht durchgedrungen, sagte die Regierungssprecherin. Darum habe mit für 70.000 US-Dollar Sendezeit eingekauft. Bereits 2005 habe es im Zusammenhang mit dem Erdbeben in Pakistan eine ähnliche Aktion gegeben.

Die US-Regierung ruft ihre Bürger zu weiteren Video-Statements auf: "Wir brauchen Unterstützung, wir brauchen mehr Videos von Amerikanern und im Speziellen von religiösen Führern, die sagen: 'Das sind nicht wir, so sind wir nicht.' Und die die Aussagen des Präsidenten und der Ministerin unterstützen."

Quelle: ntv.de, che