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50 Jahre ohne Treibstoff USA enthüllen neue Super-U-Boote

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Die aktuellen Atom-U-Boote der Ohio-Klasse werden nach und nach ausgemustert.

(Foto: picture alliance / dpa)

Rund die Hälfte der sofort einsatzfähigen thermonuklearen Sprengköpfe der USA sind auf weltweit patrouillierenden U-Booten stationiert. Trotz nötiger Milliarden-Investitionen setzt die Navy auch in Zukunft auf mobile Raketen. 50 Jahre lang soll die neue Schiffsgeneration im Dauereinsatz bleiben können - und die Geißel aller U-Boot-Technik ausmerzen.

Aus Filmen ist das Szenario bekannt - nicht nur Bomber aus der Luft oder Langstreckenraketen vom Boden führen einen Atomschlag aus, sondern auch U-Boote. Strategisch positioniert feuern sie aus dem Wasser die Flugkörper samt Sprengköpfen auf die Ziele ab. Auch in der Realität gibt es diese Boote: Bei der US Navy ist es die sogenannte Ohio-Klasse, die allerdings eher eine strategische Funktion hat.

Im Jahr 2027 sollen die ersten solcher U-Boote in den Ruhestand gehen. Das US-Militär braucht also Ersatz. Die neuen "Ballistic Missile Submarines" (SSBN) stattet es mit Technik aus, die ihre Bedeutung im globalen Gleichgewicht der Mächte aufwerten wird. Die ersten Modelle haben im Jahr 1981 ihren Einsatz auf den Weltmeeren begonnen. Angaben der Navy zufolge sind derzeit 14 auf Patrouille. Etwa 50 Prozent der einsatzfähigen thermonuklearen Sprengköpfe der USA sind auf diesen mobilen Unterseeplattformen stationiert.

5 Milliarden US-Dollar pro Stück

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Im Jahr 1959 lief die USS George Washington als erstes SSBN der USA aus.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die nun bekannt gewordenen Pläne für die neuen Boote setzen an zwei Problemzonen an: Lärm und Treibstoff. Sie sollen ab 2021 in Bau gehen und die strategischen Funktionen der bisherigen ab 2031 übernehmen. "Lange Zeit" haben die Seestreitkräfte an den Plänen der U-Boote herumgefeilt, sagt Stean Stackley von der Forschungsabteilung der Navy. Im Ergebnis sollen die Boote jeweils etwa 5 Milliarden US-Dollar kosten.

Bislang funktioniert der Antrieb der SSBN mechanisch: Der Atomreaktor betreibt Dampfturbinen, die die Bewegung für die Schiffsschrauben erzeugen. Diese Geräusche sind die Achillesferse der Boote, die so für den Feind leichter zu orten sind. Die US Navy will nun auf Strom und Elektromotoren umsteigen. Der Reaktor gibt seine Energie in ein internes Stromnetz, aus dem der Antrieb gespeist wird - und alle anderen Geräte an Bord. Die Geißel, die Unterseeschiffe an den passiven Sonar verraten kann, wäre fast ausgemerzt.

Die Lösung des zweiten Problems liegt im Atomreaktor selbst. Bislang müssen die Boote mindestens einmal generalüberholt werden, können also nicht ständig im Einsatz bleiben. Eine solche Wartungsprozedur dauert mitunter Jahre. Der Reaktorkern soll nun so verbessert werden, dass dies wegfällt. Die vorgesehenen 50 Jahre Einsatzdauer übersteht die neue Ohio-Klasse theoretisch also, ohne ein einziges Mal in einen Dock der US-Militärs einlaufen zu müssen.

Bis in die 2080er Jahre

Die Untersee-Boden-Raketen gibt es bei der US-Flotte seit 1960. Damals feuerte die Navy das erste Mal überhaupt einen solchen Kampfflugkörper von einem getauchten Schiff aus ab. Zwar blieb es bei Tests der "Polaris"-Mittelstreckenraketen, allerdings spielten die "Submarine Launched Ballistic Missiles" im Kalten Krieg keine unwichtige Rolle. In der Kubakrise etwa sah sich die UdSSR durch die Präsenz von entsprechenden Unterseebooten unter Druck gesetzt. Das kommunistische Land hatte keine äquivalente Technik zur Verfügung.

Auch in Zukunft ist die strategische Bedeutung der SSBN offenbar groß. So will die Navy Stackleys Aussagen zufolge zwölf U-Boote der neuen Ohio-Klasse herstellen lassen. Bis in die 2080er Jahre sollen sie im Einsatz bleiben. Das Projekt gehört derzeit zu den teuersten Bauvorhaben der US-Seestreitkräfte.

Quelle: n-tv.de, rpe

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