Politik

Sechs Tote bei Kämpfen in Donezk USA senden Ukraine weitere Militärhilfe

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Ein ukrainischer Soldat trainiert mit einer amerikanischen Panzerabwehrwaffe.

(Foto: picture alliance / Photoshot)

Seit 2014 helfen die Vereinigten Staaten bei der Modernisierung der ukrainischen Streitkräfte. Nun kündigt das Pentagon ein weiteres Rüstungspaket für Kiew in Höhe von 150 Millionen Dollar an. Unterdessen gewinnen die Kämpfe in der Region Donezk an Intensität.

Wenige Tage vor dem Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Joe Biden und seinem russischen Kollegen Wladimir Putin hat das Pentagon weitere Militärhilfe im Umfang von 150 Millionen US-Dollar für die Ukraine angekündigt. Die USA sagten Russlands Nachbarstaat unter anderem Artillerieaufklärungsradare, Systeme zur Erkennung von Drohnen und abhörsichere Kommunikationsausrüstung zu, wie aus einer Mitteilung hervorging.

Die Militärhilfe ist im US-Verteidigungshaushalt vorgesehen. Sie umfasst nach Angaben des Pentagons auch das Training, die Ausrüstung und die Beratung der ukrainischen Streitkräfte, um ihnen zu helfen, die Grenzen des Landes zu sichern.

Bei dem 150-Millionen-Paket handele es sich um die verbleibenden Mittel, die der US-Kongress im laufenden Fiskaljahr (bis 30. September) zur Unterstützung der Ukraine bewilligt habe. Im März hatte das Pentagon bereits Militärhilfen im Umfang von 125 Millionen US-Dollar angekündigt. Nach Angaben der US-Regierung beläuft sich der Gesamtumfang der Militärhilfe an die Ukraine seit 2014 auf mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar.

Fünf tote Rebellen in Lugansk

Unterdessen sind in der Ost-Ukraine nach Angaben beider Konfliktparteien sechs Kämpfer getötet worden. Die prorussischen Rebellen, unter deren Kontrolle sich die Region befindet, warfen den ukrainischen Streitkräften vor, fünf ihrer Kämpfer "kaltblütig" erschossen zu haben. Die ukrainische Armee wies die Anschuldigungen zurück und meldete ihrerseits den Tod eines Soldaten durch Granatfeuer.

Das Informationszentrum der selbsternannten Republik Lugansk meldete unter Berufung auf einen Sprecher der Separatisten, ukrainische Soldaten hätten im Dorf Golubiwske fünf Kämpfer durch Kopfschüsse getötet. Der "Präsident" der sogenannten Volksrepublik Lugansk, Leonid Pasetschnik, warf Kiew vor, die Spannungen in der Region weiter zu befeuern.

Die ukrainische Armee bestritt die Darstellung der Rebellen. Demnach ereigneten sich die fünf Todesfälle, als die prorussischen Kämpfer stark alkoholisiert in Streit geraten seien und einer von ihnen zur Waffe gegriffen habe. In einer zweiten Mitteilung der ukrainischen Armee hieß es, dass prorussische Kämpfer im Süden der Region Donezk Positionen ukrainischer Soldaten angegriffen und dabei einen Soldaten tödlich verletzt hätten.

Am Freitag fuhr laut Berichten türkischer Staatsmedien ein US-Kriegsschiff in das Schwarze Meer ein. Als Zeichen der Unterstützung für die Ukraine schicken die Vereinigten Staaten regelmäßig Kriegsschiffe in das Schwarze Meer, an dessen Küste auch die von Russland annektierte Krim-Halbinsel liegt.

Die ukrainische Armee kämpft seit 2014 gegen prorussische Rebellen im Osten des Landes. Der Westen wirft Russland vor, die Separatisten zu unterstützen, was die Regierung in Moskau bestreitet. Seit Beginn dieses Jahres haben sich die Kämpfe im Osten der Ukraine wieder stark intensiviert.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP

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