Politik

Russland verstärkt Verteidigung Ukraine: Gegenoffensive bei Cherson begonnen

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In Cherson dürften bald schwere Kämpfe toben.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Seit Wochen verliert die Ukraine stetig Gebiete im Osten und Süden des Landes. An der Schwarzmeerküste will die ukrainische Führung die Kehrtwende einläuten. Erstes Ziel scheint die von Russland besetzte Stadt Cherson zu sein.

Die ukrainische Armee hat eigenen Angaben zufolge eine Gegenoffensive auf den von russischen Truppen besetzten Teil des südukrainischen Gebietes Cherson begonnen. In der Stadt Nowa Kachowka sei ein Waffenlager angegriffen worden, teilt das Kommando Süd auf Facebook mit. Es seien etwa eine Haubitze und Militärtechnik zerstört worden. Zudem habe der Feind mehr als 50 Soldaten "verloren".

Die russische staatliche Nachrichtenagentur Ria Nowosti meldet unter Berufung auf die in Nowa Kachowka eingesetzte prorussische Verwaltung zwei Tote, vier Vermisste und Dutzende Verletzte nach dem Angriff. Viele Menschen seien unter Trümmern verschüttet worden. Auch Hunderte Häuser seien beschädigt worden. Russischen Angaben zufolge soll bei dem Angriff auch ein aus den USA gelieferter HIMARS-Raketenwerfer zum Einsatz gekommen sein.

Der Chef der russischen militärisch-zivilen Verwaltung des Ortes, Wladimir Leontiew, spricht bei Telegram von sieben Toten und mindestens 60 Verletzten. Die Zahl der Opfer werde noch zunehmen, schreibt er. Das Ausmaß der Schäden sei "enorm", es handle sich um eine "furchtbare Tragödie". Unabhängig lassen sich weder die ukrainischen noch die russischen Angaben überprüfen.

Die Region Cherson wird großteils von den russischen Truppen kontrolliert. Die Region grenzt an die 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim.

Die Ukraine verteidigt sich seit mittlerweile viereinhalb Monaten gegen einen russischen Angriffskrieg. Kiew hatte zuletzt mehrfach angekündigt, seitdem verloren gegangene Gebiete - auch mithilfe westlicher Waffen - wieder zurückerobern zu wollen. Am Wochenende kündigte die ukrainische Führung eine Großoffensive mit mehr als einer Million bewaffneter Männer und Frauen an, um den Süden des Landes um die Region Cherson zu befreien. Zivilisten wurden zur Flucht aufgerufen.

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Unter Berufung auf die ukrainischen Streitkräfte berichten die US-amerikanischen Militärexperten des Institute for the Study of War, dass die russische Armee in der Region derzeit von Angriffen absehe, um ihre Verteidigungspositionen zu verstärken. Sie soll demnach bereits Waffen und andere militärische Ausrüstung aus dem Zentrum von Cherson in das Dorf Radensk etwa 25 Kilometer südöstlich der Stadt transportiert haben. Es heißt, die russischen Truppen würden Häuserschlachten und Gefechte mit ukrainischen Untergrundkämpfern erwarten, sollten die ukrainischen Truppen erfolgreich auf Cherson vorrücken. Auch diese Angaben lassen sich nicht verifizieren.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 12. Juli 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, chr/dpa/AFP

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