Russischer Angriff auf KleinbusUkraine meldet Tote bei "Drohnen-Safari" in Cherson
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland vor, gezielt Jagd auf Menschen zu machen. Das habe "längst die Grenzen dessen überschritten, was sich ein normaler Mensch überhaupt vorstellen kann."
Russland hat nach ukrainischen Behördenangaben bei einem Drohnenangriff auf einen Kleinbus in der südukrainischen Stadt Cherson mindestens vier Menschen getötet und fünf weitere verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer brutalen "Safari", mit der Russland gezielt Jagd auf Menschen mache. Das habe "längst die Grenzen dessen überschritten, was sich ein normaler Mensch überhaupt vorstellen kann", teilte der Staatschef bei Telegram mit.
"Es steht fest, dass es sich um einen zivilen Bus handelte", gab Selenskyj bekannt. "Das ist der Alltag in den ukrainischen Gebieten nahe der Front." Der Staatschef veröffentlichte auch mehrere Fotos von dem zerstörten Bus mit Blutlachen. Besonders in Cherson beklagen die Behörden immer wieder solche "Drohnen-Safaris".
Selenskyj kritisierte, dass die Verbündeten der Ukraine "noch zögern, zusätzliche Lieferungen von Schutzausrüstung bereitzustellen". Er forderte zudem einmal mehr: "Es muss Druck auf den Aggressor ausgeübt werden. Die Verteidiger des Lebens brauchen Unterstützung." Nötig seien neue Hilfspakete und weitere Sanktionen gegen Russland.
Selenskyj hatte Russland bereits Anfang August eine gezielte Jagd mit Drohnen auf Zivilisten in Cherson vorgeworfen. Anlass war ein Video aus sozialen Netzwerken, das zeigt, wie eine Kleindrohne einen Straßenhändler angreift. Nach Angaben ukrainischer Behörden überlebte der Mann leicht verletzt.
Die Stadt Cherson zählte vor dem Krieg rund 280.000 Einwohner und war von März bis November 2022 unter russischer Kontrolle. Die russischen Streitkräfte wurden von der ukrainischen Armee auf eine Seite des Flusses zurückgedrängt, der durch die Stadt fließt, und greifen von dort regelmäßig mit Drohnen an.
