Politik

Deportiert oder getötet? Ukraine vermisst Tausende Bürger

In Butscha erschießen russische Truppen anscheinend Hunderte Zivilisten. Landesweit könnten noch sehr viel mehr Ukrainerinnen und Ukrainer getötet worden sein, erklärt Präsident Selenskyj. Von Tausenden Menschen fehlt demnach jede Spur.

Russland wird der Verantwortung für die Taten seiner Truppen nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nicht entkommen können. Dies gehe schon aufgrund der hohen Zahl an Ukrainerinnen und Ukrainern nicht, die in dem Krieg getötet wurden, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft, die in der Nacht auf Telegram veröffentlicht wurde. "Wir wissen bereits von Tausenden Vermissten."

Für deren Verbleib gebe es nur zwei Möglichkeiten, betonte Selenskyj: Sie seien entweder nach Russland deportiert oder getötet worden.

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Moskau habe nach dem internationalen Aufschrei über die Bilder aus dem Kiewer Vorort Butscha - dort wurden Hunderte Leichen gefunden, einige mit gefesselten Händen - seine Taktik geändert und versuche nun, in den von russischen Truppen besetzten Gebieten getötete Menschen von den Straßen und aus den Kellern zu entfernen, erklärte Selenskyj die mutmaßlich neuen Befehle aus dem Kreml. Mithilfe von Untersuchungen, Zeugen und Satellitenbildern werde man die Gründe für das Verschwinden der Bürger klären.

Moskau baue weiter Kampfkraft auf, um seine Ambitionen im Donbass im Osten des Landes zu verwirklichen, sagte Selenskyj weiter. Russische Einheiten bereiteten sich auf die Wiederaufnahme von Offensiven dort vor. Zuletzt verdichteten sich Hinweise auf eine bevorstehende russische Großoffensive im Osten. Die Regierung in Kiew rief Menschen in den Gebieten Luhansk, Donezk und Charkiw zur Flucht auf. Selenskyj erklärte: "Wir werden kämpfen und uns nicht zurückziehen". Dies, bis Russland beginne, ernsthaft Frieden zu suchen.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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