Politik

Tote und Verletzte in Jordanien Unbekannte greifen Touristenziel an

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Die Polizei sichert das Gebiet um die Burg Kerak.

(Foto: REUTERS)

Die mittelalterliche Burg im jordanischen Kerak ist bei Touristen beliebt. Nun verüben dort bisher unbekannte Angreifer mehrere Anschläge. Mindestens zehn Menschen sterben, darunter Polizisten, aber auch eine Urlauberin.

Bei mehreren Angriffen auf Polizisten in der jordanischen Stadt Kerak sind mindestens zehn Menschen, darunter eine kanadische Touristin, getötet worden. Mindestens 27 weitere Sicherheitskräfte und Zivilisten seien bei den Schießereien verletzt worden, teilte die Sicherheitsabteilung der jordanischen Regierung nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Petra mit. Bisher bekennt sich niemand zu den Angriffen.

Zuerst sei eine Polizeipatrouille beschossen worden, die zu einem Hausbrand gefahren war, zitierte Petra aus einer Mitteilung der Behörden. Die Angreifer, die sich in dem Haus aufhielten, hätten einen Polizisten verletzt und seien dann im Auto geflüchtet. Kurz darauf hätten bewaffnete Männer eine andere Patrouille angegriffen, jedoch niemanden verletzt.

Zur gleichen Zeit hatten sich den Angaben zufolge mehrere Bewaffnete in der Zitadelle von Kerak, einer der größten Kreuzfahrer-Burgen der Region, verschanzt, das Feuer auf eine Polizeiwache eröffnet und mehrere Polizisten und Passanten verletzt. "Die Polizei und Sicherheitskräfte haben die Burg und die Umgebung umstellt und einen Einsatz gestartet, um die Bewaffneten zur Strecke zu bringen", hieß es laut Petra in der Mitteilung.

Der jordanische Regierungschef Hani al-Malki sprach vor dem Parlament von zehn Bewaffneten. An dem Einsatz rund um die Zitadelle von Karak seien auch Spezialkräfte beteiligt. Bis in den späten Abend waren Schüsse zu hören.

Menschen sitzen in Burg fest

Ein hochrangiger Vertreter der Sicherheitsbehörden sagte, mehrere Menschen säßen in einem unteren Stockwerk der Zitadelle fest. Medienberichte über eine Geiselnahme in dem von Touristen gern besuchten Bauwerk wies er zurück. "Es gibt keine Geiseln", sagte er. Einige Menschen hätten aber Angst gehabt, die Zitadelle zu verlassen, "weil die Bewaffneten und die Sicherheitsbeamten sich gegenseitig beschossen".

Über die Lautsprecher der Moscheen nahe der Sehenswürdigkeit wurden die Menschen lokalen Medien zufolge aufgefordert, die Umgebung wegen des Gefechts zwischen den Bewaffneten und den Einsatzkräften zu verlassen. Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu der Tat.

In der konfliktreichen arabischen Welt gilt das Königreich Jordanien als eines der stabilsten Länder. Wegen zahlreicher Kulturdenkmäler zieht es auch viele ausländische Touristen an. Tödliche Konflikte und Anschläge sind vergleichsweise selten. Zu einem tödlichen Anschlag auf das Militär bekannte sich im Juni allerdings die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Jordanische Sicherheitskräfte gehen hart gegen Sympathisanten des IS vor. Jordanien ist an der US-geführten Militärkoalition gegen die Terrorgruppe in Syrien und im Irak beteiligt.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/AFP

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