Politik

Migranten an Grenze aufgehalten Ungarischer Posten gibt Warnschüsse ab

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Der Grenzübergang Röszke zwischen Serbien und Ungarn ist nach dem Durchbruchversuch geschlossen.

(Foto: picture alliance/dpa)

An der Grenze zwischen Serbien und Ungarn stürmen 60 Migranten den Sperrzaun. Ein Grenzposten gibt Warnschüsse ab. Vier Flüchtlinge gelangen trotzdem nach Ungarn, werden aber aufgegriffen. Der Übergang Röszke bleibt geschlossen.

Eine große Gruppe von Flüchtlingen und Migranten hat versucht, die serbisch-ungarische Grenze am Übergang Röszke gewaltsam zu durchbrechen. Die Grenzbeamten hätten drei Warnschüsse abgegeben und verhindert, dass rund 60 Menschen auf ungarisches Staatsgebiet vordringen, sagte eine Sprecherin der Polizei in der südungarischen Stadt Szeged der staatlichen Nachrichtenagentur MTI. Es habe keine Verletzten gegeben.

Der Straßengrenzübergang zwischen Horgos (Serbien) und Röszke (Ungarn) war zum Zeitpunkt des Zwischenfalls gegen 5.30 Uhr noch geschlossen. Er operiert täglich zwischen 7.00 und 19.00 Uhr und liegt wenige hundert Meter entfernt vom Autobahngrenzübergang Röszke, der rund um die Uhr geöffnet ist. Der Grenzübergang blieb nach dem Zwischenfall geschlossen, die meisten Migranten seien von den Posten aufgehalten worden. Vier Personen, die dennoch die Grenze nach Ungarn passiert hätten, seien später aufgegriffen worden, teilte die Polizeisprecherin weiter mit.

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Ungarische Soldaten bauen 2015 den Sperrwall auf der Grenze zu Serbien.

(Foto: picture alliance / Balazs Mohai/)

Ungarn hat im Herbst 2015, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswanderungen nach Europa, seine gesamte Grenze zum südlichen Nachbarn Serbien mit Stahlzäunen und Sperranlagen abgeschottet. Wie die Polizeisprecherin weiter ausführte, hat die Migrantengruppe den Zaun zwischen den beiden Grenzübergängen bei Röszke beschädigt.

Ungarn verfolgt unter dem rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban eine äußerst restriktive Asylpolitik. Wegen der Grenzsperranlagen an der serbischen und kroatischen Grenze haben sich inzwischen alternative Fluchtrouten etabliert, die durch Bosnien-Herzegowina und Kroatien führen. Der Weg durch Ungarn wird aber weiter benutzt, weil sich hier infolge der Jugoslawien-Kriege über die letzten Jahrzehnte eine bedeutsame Schlepper-Infrastruktur aufgebaut hat. In Serbien sitzen nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR knapp 6000 Flüchtlinge und Migranten fest. Die meisten von ihnen warten auf eine Gelegenheit, um über Bosnien, Kroatien oder Ungarn weiterzukommen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa/rts