Politik

Politiker dreht Warn-Video Ungarns Grenz-Rambo von Asotthalom

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So sieht sich der 37-jährige Neonazi, der es zum Bürgermeister geschafft hat, gern: Als Hüter der Grenzen seines Landes.

Der Bürgermeister des ungarischen Asotthaloms hat ein Video produziert, das an einen Actionfilm erinnert und Flüchtlinge warnen soll. Mit viel Pathos übermittelt der Rechtsextremist seine Botschaft: "Ungarn ist eine schlechte Wahl, Asotthalom die schlechteste".

Während Bilder um die Welt gehen, auf denen zu sehen ist, wie die ungarische Polizei Flüchtlinge - auch Frauen und Kinder - mit Tränengas und Wasserwerfern von der ungarisch-serbischen Grenze abwehrt, hat der Bürgermeister der ungarischen Grenzstadt Asotthalom Bedenken, dass sein Land die Hilfesuchenden immer noch allzu warmherzig willkommen heißt.

Laszlo Toroczkai hat sich daher entschlossen, eine unmissverständliche Botschaft in die Welt zu setzen. Der ultranationalistische Bürgermeister mit einem Hang zum Dramatischen hat eine "Botschaft an die illegalen Immigranten" gesendet, die sich auf den Weg nach Ungarn machen. Über Facebook und Youtube hat Toroczkai ein Video verbreitet, das im Stil eines Actionfilms aufgemacht ist.

Selbst aus Serbien abgeschoben

Der Film zeigt eine simulierte Verfolgungsjagd, die aus der Luft gefilmt wurde; Helikopter, Motorräder und Beamte, die hoch zu Ross an der Grenze patrouillieren. Per Google Maps illustriert Toroczkai, dass die Route von Serbien nach Deutschland ohnehin kürzer ist, wenn sie über Kroatien und Slowenien, statt über Ungarn verläuft. Zum Schluss spricht Toroczkai direkt zu den Flüchtlingen: Ungarn ist eine schlechte Wahl, Asotthalom ist die schlechteste."

Vor seiner Wahl zum Bürgermeister des 6000-Einwohner-Städtchens hat Toroczkai vor allem als Neonazi von sich Reden gemacht. Er war Gründungsmitglied der "Bewegung der 64 Gespanschaften", einer rechtsextremen Gruppierung, die sich mit allen Mitteln für die Wiederherstellung der ungarischen Grenzen von vor dem ersten Weltkrieg einsetzt. 2008 reiste er illegal nach Serbien ein und trat dort vor Vertretern der ungarischen Minderheit auf. Anschließend wurde er von Unbekannten verprügelt, abgeschoben und mit einem Einreiseverbot belegt.

 

Quelle: ntv.de, bdk

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