Politik

"Kopfgeld auf uns ausgesetzt" Unschuldig Verurteilter kritisiert Trump

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Raymond Santana, Kevin Richardson und Yusef Salaam, drei der unschuldig verurteilten "Central Park Five" geben 2014 eine Pressekonferenz.

(Foto: REUTERS)

1989 wird im New Yorker Central Park eine junge Investmentbankerin vergewaltigt. Vier jugendliche Afroamerikaner und ein hispanischstämmiger Jugendlicher werden unschuldig verurteilt. Sie sitzen in Haft, bis der wahre Täter gesteht. Einer davon erhebt jetzt bittere Vorwürfe gegen US-Präsident Trump.

Einer von fünf in New York unschuldig verurteilten Minderjährigen hat den heutigen US-Präsidenten Donald Trump scharf angegriffen. "Als Trump in ganzseitigen Anzeigen in New Yorker Zeitungen unsere Hinrichtung forderte, hat er ein Kopfgeld auf uns ausgesetzt", sagte Yusef Salaam bei einem Empfang der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) in Los Angeles zu Ehren der fünf Männer.

Der damalige New Yorker Immobilienmogul Trump hatte 1989 Anzeigen geschaltet, in denen er wegen einer angeblich von den Teenagern begangenen Vergewaltigung einer 28-Jährigen eine Wiedereinführung der Todesstrafe im US-Bundesstaat New York forderte. Damals seien auch ihre Namen, Telefonnummern und Adressen veröffentlicht worden, sagte Salaam. "Wir waren noch Babys. Das System hat uns überrannt."

Die vier Afroamerikaner und ein hispanischstämmiger Jugendlicher aus Harlem, in den Medien als "Central Park Five" bezeichnet, waren irrtümlicherweise wegen der Vergewaltigung der weißen Investmentbankerin im New Yorker Central Park verurteilt worden und saßen dafür teilweise bis zu 13 Jahre in Haft, bis schließlich der wahre Täter gestand und der verhängnisvolle Justizirrtum aufgeklärt werden konnte.

41 Millionen Dollar Entschädigung

Von dem Schicksal der damals 14- bis 16-Jährigen erzählt eine jetzt im Streamingdienst Netflix angelaufene Mini-Serie unter dem Titel "When They See Us" von Regisseurin Ava DuVernay, die bereits das Bürgerrechtsdrama "Selma" über den schwarzen Bürgerrechtsaktivisten Martin Luther King verfilmt hat.

Die fünf Tatverdächtigen waren damals teilweise ohne Anwalt oder die Gegenwart eines Elternteils verhört worden und wurden schließlich trotz zahlreicher offener Fragen wegen Vergewaltigung und versuchten Mordes verurteilt. 2014 einigten sich die Männer mit der Stadt New York auf eine Entschädigungssumme von insgesamt 41 Millionen Dollar.

"Man kann nicht zum Mord an Kindern aufrufen und dafür jemals Vergebung erhalten", sagte der Schauspieler Joshua Jackson, der einen der Anwälte der Jungen spielt, zu Trumps damaliger Anzeige. Jackson beklagte, dass dies auch heute wieder so geschehen könne.

Quelle: n-tv.de, agr/AFP

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