Politik

Venezuela Verhandlungen im Hunger

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Venezuelas Präsident Nicolás Maduro inmitten von Miguel Diaz-Canel (links), Präsident Kubas, und Raul Castro - zum Abschluss des Jahres sicherten sie sich gegenseitig Unterstützung zu.

(Foto: dpa)

Nach zwölf mitunter turbulenten, desaströsen Monaten sitzt weiterhin die Person im Palast von Miraflores, der die umfassende Krise zu verantworten hat, gestützt von der Armee: Präsident Nicolás Maduro. Seit Anfang des Jahres hat das karibische Ölland in Juan Guaidó einen zweiten Staatschef, der unter anderem auch von den USA und Deutschland anerkannt wird. Alle bisherigen Versuche eines Umsturzes, seien es internationale Sanktionen oder der versuchte Putsch Guaidós am Anfang des Jahres, als er medienwirksam mit Hilfslieferungen über die Grenzen ins Landes rollen wollte, sind gescheitert. Derzeit spaltet ein Korruptionsskandal die Opposition und lässt Guaidós Zustimmungswerte sinken.

Das Militär regiert mit und verdient daran, etwa durch die Lebensmittelverteilung. Auch China und Russland stützen den gewählten Staatschef. Sie haben viel Geld zu verlieren und zudem gegenüber den USA ihr Gesicht und geopolitischen Einfluss. Anfang Dezember zeigte sich Maduro demonstrativ mit den Evangelikalen im Fernsehen, ließ sich dort einem ihrer Geistlichen segnen und die Anwesenden für sich beten - als Gottes Auserwählten, der Venezuela aus der Krise führen soll. Angesichts der Zustände im Land ist das für die Menschen himmelschreiender Zynismus.

Der westliche Teil Venezuelas um die Großstadt Maracaibo ist inzwischen seit Monaten von permanenten Stromausfällen betroffen, die Gesundheitsversorgung fast nicht existent und der Hunger allgegenwärtig. Zwar sind internationale Hilfsorganisation vor Ort, aber täglich fliehen mehr Menschen ins Ausland, die meisten über die Grenzstadt Cucutá in Kolumbien. Das Nachbarland hat bereits mehr als 2 Millionen von ihnen aufgenommen. Insgesamt bis zu 8,2 Millionen Geflüchtete erwarten die Vereinten Nationen für 2020.

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Die meisten Venezolaner fliehen nach Westen ins benachbarte Kolumbien. Eines der UN-Flüchtlingslager befindet sich in der nördlichen gelegenen Gemeinde Maicao.

(Foto: REUTERS)

Abgesehen von der Machtfrage um Maduro und Guaidó ist die Formel "Essen für Öl" als Milderungsmöglichkeit für den Hunger im Gespräch. Die Kontrolle über die Ölfelder haben die staatliche PDVSA, der russische Konzern Rosneft und die China National Petroleum Corporation CNPC. In den letzten Monaten steigerte Venezuela die Öllieferungen nach Asien, um die Folgen der US-Sanktionen abzumildern. Zudem finden hinter den Kulissen informelle Gespräche zwischen Oppositionellen und Regierung statt. Sie diskutieren darüber, die Aufsichtspflicht der PDVSA zu streichen und Privatunternehmen mehr Autonomie bei der Ölförderung zu erlauben, damit die Gesamtproduktion steigt und der Staat mehr Devisen einnimmt.

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Quelle: ntv.de, rpe