Politik

"In 15 Anklagepunkten schuldig" Trumps Ex-Finanzchef legt Geständnis ab

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Schuldbekenntnis, um jahrelangen Alpträumen ein Ende zu setzen: Allen Weisselberg bei einer Konferenz mit Trump im Mai 2016.

(Foto: REUTERS)

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Verschwörung, Steuerbetrug, Diebstahl, Fälschung: Ein Top-Manager der Trump-Organisation ringt sich zu einem Schuldbekenntnis vor Gericht durch. Damit entgeht der frühere Finanzchef von Ex-Präsident Trump wohl auch einer lebenslangen Gefängnisstrafe.

Der ehemalige Finanzchef der Trump-Organisation, Allen Weisselberg, hat vor einem New Yorker Gericht zugegeben, mit dem Unternehmen des Ex-Präsidenten Donald Trump Steuern hinterzogen zu haben. Der 75-Jährige antwortete auf zahlreiche Fragen des Richters Juan Merchan mehrfach mit "Ja, euer Ehren", wie US-Medien übereinstimmend aus dem Gerichtssaal berichteten. Demnach bekannte er sich in insgesamt 15 Anklagepunkten für schuldig - darunter der Verschwörung, des Steuerbetrugs, des schweren Diebstahls und der Fälschung von Geschäftsunterlagen.

Mit seinem Schuldbekenntnis willigte der Top-Manager einer Verständigung in dem Strafverfahren ("Plea Deal") ein, um einer Haftstrafe von bis zu 15 Jahren zu entgehen. Im Gegenzug muss Weisselberg im Prozess gegen das Unternehmen aussagen, falls die Staatsanwaltschaft ihn vorladen will - allerdings nicht gegen Trump selbst. Weisselberg muss knapp zwei Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 1,98 Millionen Euro, Strafe zahlen und fünf Monate Haft verbüßen. "In einer der schwierigsten Entscheidungen seines Lebens hat sich Herr Weisselberg heute dazu entschlossen, sich schuldig zu bekennen, um diesem Fall und den jahrelangen rechtlichen und persönlichen Alpträumen, die er für ihn und seine Familie verursacht hat, ein Ende zu setzen", sagte sein Anwalt Nicholas Gravante Jr. laut Medienberichten.

Die Staatsanwaltschaft hatte Anfang Juli vergangenen Jahres nach jahrelangen Ermittlungen strafrechtliche Anklage gegen die Geschäftspraktiken der Trump-Organisation erhoben. Weisselberg gilt neben Familienangehörigen als Schlüsselfigur des Unternehmens. Donald Trump wurde als Chef der Trump-Organisation, die aus vielen kleineren Firmen besteht, einst als Immobilien-Tycoon bekannt. Er gilt als sehr eng mit seinem Firmen-Imperium verwoben, er selbst ist aber nicht angeklagt.

"Breites Spektrum krimineller Aktivitäten"

"Das Geständnis verwickelt die Trump Organization direkt in ein breites Spektrum krimineller Aktivitäten", erklärte Staatsanwalt Alvin Bragg. Die Auswahl der Geschworenen für das Gerichtsverfahren beginnt am 24. Oktober - 15 Tage vor den Zwischenwahlen am 8. November, bei denen Trumps Republikanische Partei die Kammern des Kongresses zurückzuerobern hofft.

Eine Sprecherin der Trump Organization sagte, dass der Ex-Manager, der ein halbes Jahrhundert lang für Trump gearbeitet hatte, "von den Strafverfolgungsbehörden ... in ihrem nicht enden wollenden, politisch motivierten Bestreben, Präsident Trump zu kriegen, belästigt, verfolgt und bedroht wurde". Das Unternehmen habe nichts falsch gemacht, ergänzte sie.

Quelle: ntv.de, mau/dpa/rts

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