Politik

Tisch voller Geldbündel Video bringt Mexikos Ex-Präsidenten in Not

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Enrique Peña Nieto regierte Mexiko von 2012 bis 2018.

(Foto: picture alliance / NOTIMEX/dpa)

In Mexiko sorgt derzeit ein heimlich aufgezeichnetes Video für Furore. Es zeigt Mitarbeiter ehemaliger Senatoren, die üppige Geldbündel zählen und in Taschen verstauen. Das Geld stammt angeblich von Ex-Präsident Peña Nieto, der während seiner Amtszeit viele Abgeordnete geschmiert haben soll.

Ein Video von Mitarbeitern oppositioneller Politiker mit Geldstapeln sorgt in Mexiko für Aufregung. Es zeige, welch schmutzige Korruption vor seiner Amtsübernahme Ende 2018 in mexikanischen Regierungen geherrscht habe, erklärte der linkspopulistische Präsident Andrés Manuel López Obrador in seiner täglichen Pressekonferenz. Er ließ dabei das gut vierminütige Video abspielen. Darin ist zu sehen, wie zwei Mitarbeiter von ehemaligen Senatoren der Partei PAN Geldbündel in Plastiktüten auf einem Tisch stapeln und in Taschen stecken.

Das Video wurde am Sonntag bei Youtube hochgeladen. Der Beschreibung nach stammt es vom Ex-Chef des staatlichen Erdölkonzerns Pemex, Emilio Lozoya. Die Echtheit des Videos ließ sich zunächst nicht bestätigen. Wann es aufgenommen wurde, war unklar. Einer der zwei Männer, die darin zu sehen sind, wurde am Montag von seinem Posten als Berater des Gouverneurs des Bundesstaates Querétaro entlassen.

Lozoya hatte vergangene Woche den Ex-Präsidenten Enrique Peña Nieto (2012-2018) angezeigt und ihm unter anderem vorgeworfen, die Zahlung von 120 Millionen Peso, rund 4,6 Millionen Euro, an Parlamentsabgeordnete angewiesen zu haben, um Stimmen für Reformen in den Jahren 2013 und 2014 zu kaufen. Er warf ihm auch vor, in den Korruptionsskandal um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht verwickelt zu sein. Die Vorwürfe betreffen zum Teil auch die Regierung von Felipe Calderón (2006-2012). Lozoya legte nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft unter anderem ein Video als Beleg vor - dabei handle es sich aber nicht um die nun zirkulierende Aufnahme.

Lozoya ist selbst unter anderem wegen des Vorwurfs der Bestechung im Korruptionsskandal um Odebrecht angeklagt und war vor rund einem Monat aus Spanien in sein Heimatland ausgeliefert worden. Er ist mit einer Deutschen verheiratet, gegen die in Mexiko ebenfalls ein Haftbefehl vorliegt. Der brasilianische Baukonzern Odebrecht steht im Zentrum des wohl größten Korruptionsskandals Lateinamerikas. In der ganzen Region wird gegen Hunderte Politiker, Beamte und Geschäftsleute ermittelt.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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