Politik

Golfstaaten schränken Presse einVideos zum Krieg geteilt: Journalist in Kuwait festgenommen

15.04.2026, 13:17 Uhr
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Rauchschwaden-nach-einem-Angriff-auf-ein-Treibstoffdepot-am-Kuwait-International-Airport
Rauchschwaden nach einem iranischen Angriff auf ein Treibstoffdepot am Kuwait International Airport. (Foto: picture alliance/dpa/XinHua)

Die Golfstaaten gehen gegen Menschen vor, die Informationen über erfolgreiche iranische Vergeltungsschläge verbreiten. Nun wird der Fall eines Journalisten mit US-Staatsbürgerschaft in Kuwait öffentlich, von dem seit Wochen jedes Lebenszeichen fehlt.

Kuwait hält einen kuwaitisch-amerikanischen Journalisten wegen der Verbreitung von Videos zum Iran-Krieg gefangen. Seit sechs Wochen gebe es kein Lebenszeichen von Ahmed Schihab-Eldin, teilte das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) mit, das sich für den Schutz von Reportern weltweit einsetzt.

Wie der Sender CNN berichtet, verbreitete der Journalist, der für seine Arbeit bei mehreren renommierten US-Medien und Al Jazeera bekannt ist, nach dem US-israelischen Angriff auf den Iran am 28. Februar regelmäßig Informationen in den sozialen Medien über den Krieg. Am 2. März habe er damit aber plötzlich aufgehört, heißt es.

Dem Bericht zufolge haben insbesondere Informationen über die iranischen Vergeltungsangriffe auf die Golfstaaten zur Festnahme des Journalisten geführt, der auch US-Staatsbürger ist. Die Festnahme sei erfolgt, während "Kuwait und andere Golfstaaten verstärkt gegen Personen vorgehen, die Bilder von iranischen Raketenangriffen" posten. Anfang März habe Shihab-Eldin seine Familie in Kuwait besucht und sei dann verschwunden. Freunde des Reporters gehen davon aus, dass er seitdem in Haft ist.

Auch Festnahmen in anderen Golfstaaten

"Wir fordern Kuwait auf, Ahmed Shihab-Eldin freizulassen und alle Anklagen gegen ihn fallen zu lassen", erklärte Sara Qudah, Regionaldirektorin des CPJ. Journalismus sei kein Verbrechen. Freunde von Shihab-Eldin betonen, dass die Bilder und Videos, die er geteilt hatte, bereits öffentlich zugänglich waren. So habe er beispielsweise ein CNN-Video von einem Absturz eines US-Luftwaffen-Kampfjets über Kuwait geteilt.

Das "Gulf Centre for Human Rights" schreibt in einem aktuellen Bericht, dass der Krieg von den Golfstaaten dazu genutzt worden sei, "die Meinungsfreiheit einzuschränken, den Bürgern ihre bürgerlichen Freiheiten zu entziehen und gegen Journalisten, Blogger und Online-Aktivisten vorzugehen", die Meinungen konträr zur Regierungspolitik äußern. Solche Personen seien willkürlichen Inhaftierungen und Festnahmen sowie unfairen Gerichtsverfahren aufgrund erfundener Anschuldigungen ausgesetzt.

Die Pressefreiheit in Kuwait und den weiteren Golfstaaten ist stark eingeschränkt. Nachrichtenmedien unterliegen einer strikten Zensur, für kritische Berichte abseits der offiziellen Regierungslinien drohen schwere Strafen. Es gibt auch strikte Anweisungen an die Bevölkerung, keine Bilder von iranischen Angriffen zu verbreiten. Auch in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten kam es im Iran-Krieg deshalb bereits zu Festnahmen.

Erst vor wenigen Wochen trat in Kuwait ein Gesetz in Kraft, das Haftstrafen bis zu zehn Jahren vorsieht für diejenigen, die das Vertrauen ins Militär und andere Sicherheitskräfte durch "Nachrichten oder falsche Gerüchte" untergraben. Das CPJ und andere Organisationen beschreiben solche Vorwürfe als Mittel, um unabhängige Journalisten zum Schweigen zu bringen.

Quelle: ntv.de, dsc, mit dpa

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