Politik

Vertrauen fehlt Viele finden Organspendesystem ungerecht

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Im Spendeausweis kann jeder seinen Willen zur Organspende festhalten.

(Foto: imago images / Steinach)

Weltweit gibt es zu wenig Spenderorgane. Viele Empfänger warten vergebens. Die Vergabe der Organe entscheidet oftmals über Leben und Tod. Wie gerecht es dabei zugeht, wurde in einer Umfrage ermittelt.

Nur die Hälfte der Bundesbürger hält das Organspendesystem in Deutschland für gerecht. Mit 36 Prozent meint hingegen mehr als ein Drittel, es sei ungerecht. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Instituts Kantar im Auftrag der Deutschen Stiftung Patientenschutz anlässlich des Tags der Organspende. Bei den Befragten über 60 Jahre halten sogar 44 Prozent das Organspendesystem nicht für gerecht.

CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eröffnet in Kiel den bundesweiten Tag der Organspende unter dem Motto "Richtig. Wichtig. Lebenswichtig." Was für gerecht oder nicht gerecht gehalten wird, wurde nicht näher erfragt. Thema in der öffentlichen Debatte war in den vergangenen Jahren unter anderem immer wieder die Verteilung der Spenderorgane.

"Vertrauen ist Voraussetzung"

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte: "Das Vertrauen in die Gerechtigkeit ist eine Voraussetzung für eine positive Stimmung bei der Organspende." Immer noch lägen aber Verteilungskriterien, Organisation und Durchführung sowie die Kontrolle bei den privatrechtlichen Akteuren der Selbstverwaltung, kritisierte er. Selbst die beiden aktuell vorgestellten Gesetzentwürfe ließen die Gerechtigkeitsfrage außer Acht. Mit diesen konkurrierenden Entwürfen streben Bundestagsabgeordnete eine Neuregelung an.

Eine Gruppe um Spahn sieht vor, dass alle Volljährigen automatisch als Organspender gelten, es sei denn sie widersprechen. Eine andere Gruppe will, dass alle Bürger mindestens alle zehn Jahre beim Ausweis-Abholen auf das Thema Organspende angesprochen werden. Derzeit müssen mögliche Spender aktiv zugestimmt haben, bevor ihnen Organe entnommen werden können. "Eine Organspende ist größtmögliche Solidarität", schreibt Spahn in einem Gastbeitrag für die "Passauer Neue Presse". "Man ermöglicht jemand anderem weiterzuleben." Er warb darin erneut für sein Konzept.

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Quelle: n-tv.de, jaz/dpa

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