Politik

Gewalt an Venezuelas Grenze Vier Soldaten fliehen nach Kolumbien

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Tränengas und brennende Autoreifen in Ureña.

(Foto: REUTERS)

Auf der anderen Seite der Grenze stehen dringend benötigte Hilfsgüter. Doch Venezuelas Staatschef Maduro blockiert die Übergänge nach Kolumbien. Seine Soldaten verteidigen Hunger und Not mit Tränengas. Vier Soldaten fliehen ins Nachbarland.

Das venezolanische Militär hat Tränengas eingesetzt, um eine Demonstration an der Grenze zu Kolumbien aufzulösen. Im Grenzort Ureña kam es zu Zusammenstößen zwischen Streitkräften und Demonstranten, als diese versuchten, nach Kolumbien zu gelangen.

Die Menschenmenge skandierte: "Wir wollen arbeiten." Mindestens ein Mann sei verletzt worden, berichtet der Sender CNN.

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In Ureña findet derzeit auch ein dreitägiges Musikfestival für Anhänger der Regierung statt. Motto: "Hände weg von Venezuela".

(Foto: dpa)

Unterdessen desertierten vier venezolanische Soldaten und überquerten die seit Freitag geschlossene Grenze. Wie Vertreter der kolumbianischen Einwanderungsbehörde mitteilten, brachen drei Mitglieder der Nationalgarde Venezuelas mit einem gepanzerten Fahrzeug durch Sicherheitsbarrikaden auf der Grenzbrücke Simón Bolívar. Eine Frau auf der kolumbianischen Seite sei bei der Aktion verletzt worden, berichtet ein AFP-Reporter. Die Behörden erklärten zudem, ein Offizier der Nationalgarde sei über eine andere Brücke aus Venezuela nach Cúcuta desertiert.

Hintergrund der Spannungen an der venezolanisch-kolumbianischen Grenze sind Hilfslieferungen, die nach dem Willen des selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaidó an diesem Wochenende ins Land gelangen sollen. Bei den Lieferungen geht es nicht nur um Hilfe, sondern auch um den Machtkampf zwischen Guaidó und Präsident Nicolás Maduro.

Maduro hat die Übergänge über Grenzfluss schließen lassen. Er will damit verhindern, dass internationale Hilfsgüter in das Land kommen. Anhänger von Gaidó wollen mehrere Tonnen Nahrungsmittel, Medikamente und Hygieneartikel von einem Lager in Cúcuta nach Venezuela bringen.

Militär spielt entscheidende Rolle

Bei der Demonstration in Ureña, das auf der venezolanischen Seite der Grenze unmittelbar neben Cúcuta liegt, zündeten die Demonstranten Autoreifen an und bewarfen die Polizei mit Steinen. Die Demonstranten waren demnach vor allem Bewohner des Grenzgebiets, die täglich den Rio Táchira überqueren, entweder zum Einkaufen oder zur Arbeit.

Bisher steht das Militär in diesem Konflikt größtenteils auf der Seite Maduros, vor allem die oberen Ränge. Sie kontrollieren Teile der venezolanischen Lebensmittelversorgung. Der Chef der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA, verantwortlich für fast alle Staatseinnahmen, ist Generalmajor Manuel Quevedo.

Das weitere Verhalten des Militärs könnte den Konflikt entscheiden. Am Tag vor der geplanten Hilfslieferung schrieb Guaidó bei Twitter: "An alle Soldaten: Zwischen heute und morgen legen Sie fest, wie man sich an Sie erinnern soll. Wir wissen, dass Sie auf der Seite des Volkes stehen, das haben Sie uns sehr klar gezeigt. Morgen werden Sie es beweisen können."

Quelle: n-tv.de, hvo/rpe/dpa/rts/AFP

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